Nummer 365-Die Lichtbringer

Bewertet mit 4.67 von 5 basierend auf 3 Kundenbewertungen
(3 Kundenrezensionen)

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Dystopie von Sabrina Wolv


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Beschreibung

Dystopie von Sabrina Wolv

„Das hier ist die Akaemie. Dein neues Zuhause. Du kannst dich geehrt fühlen, Soldat. Von heute an gehörst du zu den Lichtbringern.“

Strudel fühlte sich nicht geehrt, Strudel hatte Angst.

Das Lebenserhaltungssystem Eden, ist die einzige Zuflucht der Menschheit. Als der sechsjährige Strudel seinen tyrannischen Onkel tötet, wird der Junge von der Armee der Lichtbringer in die Akademie verschleppt. Dort soll er in einem tödlichen Training zum Soldaten ausgebildet werden. Gemeinsam mit seinen Freunden muss Strudel fortan ums Überleben kämpfen. Doch welche geheimen Ziele verfolgen die Lichtbringer und was verbirgt sich hinter ‚Projekt Neshamah‘?

Kann Strudel seine Vergangenheit hinter sich lassen?
Kann er seine Freunde retten?
Wird er überleben?

erster Teil einer Dystopie über Kindersoldaten und Genmanipulation

vorbestellbar – erscheint Juni 2017

3 Bewertungen für Nummer 365-Die Lichtbringer

  1. Bewertet mit 4 von 5

    Mikka Gottstein

    Sabrina Wolv erzählt eine Geschichte, die erstmal wie eine typische Endzeit-Dystopie klingt: Die privilegiertesten aller Menschen leben in Eden, einer Kuppel mit lebenserhaltenden Systemen, während draußen in der vergifteten Luft ein erbitterter Krieg um Ressourcen und Lebensraum tobt.

    Was dieses Buch aber aus der Masse der Dystopien heraushebt: die wichtigsten Charaktere sind keine Erwachsenen – ja, noch nicht einmal Jugendliche! Denn am Anfang (die Handlung erstreckt sich über mehrere Jahre) sind Strudel und seine Freunde gerade mal sechs oder sieben Jahre alt. In einem Alter, in dem sie eigentlich unbeschwert spielen sollten, drückt man ihnen stattdessen Waffen in die Hand, unterzieht sie einer gnadenlosen Gehirnwäsche und spricht ihnen jede Individualität ab, indem man sie durchnummeriert und brandmarkt wie Vieh. Wenn sie sterben, nennt man das „ausmustern“, als wären sie nur defekte Werkzeuge.

    Laut terre des hommes gibt es zur Zeit schätzungsweise 250.000 Kindersoldaten. Was einem also im ersten Moment wegen des Alters der Kinder unmöglich vorkommt, ist es leider nicht! Das Buch konfrontiert den Leser mit einer Fiktion, die unserer Wirklichkeit bedrückend nahe kommt. Obwohl die Kinder selber noch zu klein sind, um die volle Tragweite zu begreifen, sind Drama und Tragik ihrer Situation dennoch nicht weniger verstörend.

    Geht es zunächst hauptsächlich ums nackte Überleben während der Ausbildung, wird die Handlung immer komplexer und interessanter, je älter Strudel wird und je mehr er begreift. Was kann man von dem glauben, was die Ausbilder erzählen? Warum sagt eine Soldatin zu Strudel, die Kinder seien alle Bestien? Warum bekommen manche von ihnen spezielle Tabletten?

    Strudel wirkt am Anfang so kindlich und verängstigt, dass man ihm kaum zutraut, seinen Onkel getötet zu haben, aber man erfährt schnell genug über sein Leben, um zu begreifen, dass er einfach furchtbar gequält wurde und keinen anderen Ausweg mehr sah. Das ganze Buch hindurch erlebt man immer wieder, wie sehr er noch immer unter den traumatischen Erinnerungen leidet. Im Laufe der Geschichte sieht man an ihm zwar ein enormes inneres Wachstum – aber auch die Auswirkungen des Trainings. Den Leser beschleicht immer wieder die Frage, inwieweit die Kinder verantwortlich sind für ihr Verhalten, wenn sie genau das tun, für das sie abgerichtet wurden.

    Viele der Kinder wirken in den ersten Kapiteln deutlich älter, als sie tatsächlich sind, sowohl im Verhalten und darin, wie sie sprechen, als auch in ihren körperlichen Fähigkeiten. Später im Buch machte das für mich durchaus Sinn – die Kinder leben schließlich in einer Extremsituation und können nur überleben, indem sie viel zu schnell erwachsen werden! –, anfangs fand ich es jedoch nicht immer schlüssig.

    Es dauerte ein wenig, bis ich mit den wichtigsten Charakteren richtig warm wurde. In den ersten Kapiteln hatte ich das Gefühl, dass manche davon eher blass blieben – aber man muss dem Buch da einfach etwas Zeit lassen. Ich hatte auch erst Probleme damit, mich wirklich in die Geschichte fallen zu lassen, aber je älter die Kinder wurden, desto schwieriger fand ich es, das Buch zwischendurch auch mal zur Seite zu legen! Im letzten Viertel schnellt der Spannungsbogen noch einmal so richtig in die Höhe, und die Geschichte entwickelt sich in eine unerwartete Richtung, mit stärkeren Science-Fiction-Elementen.

    Am Anfang wirkt der Schreibstil sehr einfach, was aber gut zum Alter von Strudel passt, aus dessen Sicht wir das Ganze sehen. Der Stil wächst sozusagen mit den Protagonisten, wird zunehmend packender und flüssiger zu lesen. Besonders die Actionszenen im letzten Teil des Buches fand ich großartig geschrieben, rasant und atemlos. Bei mir löste das richtiges Kopfkino aus!

    Oft ist der Schreibstil zwar distanziert und wenig emotional, auch in dramatischen Szenen, aber das sind dann Situationen, in denen die Kinder ihre Emotionen verdrängen, um funktionieren zu können.

    Fazit:
    Sabrina Wolv greift in ihrer Dystopie ein Thema auf, das leider auch in unserer Realität eine Rolle spielt: Kindersoldaten. Der kleine Strudel ist gerade mal sechs Jahre alt, als er zum „Lichtbringer“ gemacht wird und dem Feind doch eigentlich den Tod bringen soll – bevor er überhaupt begreifen kann, was das bedeutet.

    Trotz des spannenden Themas ist „Nummer 365“ in meinen Augen kein Buch, das schon in den ersten Kapiteln begeistert, sondern eines, dem man etwas Zeit geben muss, sich wirklich zu entwickeln. Danach fand ich es aber auch sehr spannend, interessant und lohnend, und dieser erste Band bietet eine solide Grundlage für weitere Bände.

  2. Bewertet mit 5 von 5

    Lydia Schmölzl

    Plot und Erzähltechnik: Die Geschichte wird aus der dritten Person erzählt, wobei es auch regelmäßige Einschübe aus der Sichtweise einer weiteren Person gibt. Der Leser weiß dabei allerdings bis zum Schluss nicht, wer genau da zu ihm spricht. Ein interessantes Mittel, um die Spannung zu steigern und gleichzeitig einen mysteriösen Touch einzuweben.

    Der Plot der Geschichte ist nichts für schwache Nerven. Es geht um Kindersoldaten und die Art und Weise wie sie in der Akademie ausgebildet werden, ist durchaus an die Wahrheit angelehnt, denn die Autorin arbeitet selbst mit ehemaligen Kindersoldaten.

    Wolv schafft es darüber hinaus, durch viel Detailarbeit eine wirklich düstere und bedrückende Welt zu erschaffen, in der der einzige Lichtschimmer die Freundschaft der Kinder zueinander ist. Sie beschreibt Kampfsituationen genauso echt, wie die karge Ausrüstung innerhalb der Akademie und selbst, wenn sie von futuristischen Waffen berichtet, kann man sich als Leser genau vorstellen, wie diese aussehen könnten. Ich hab ja sowieso ein heimlichen Faible für Dystopien und in dieser hier vereinen sich viele Elemente, die ich schätze: Junge Protagonisten, Zusammenhalt, futuristische, detaillierte Welten, düstere Geheimnisse und der Gedanke, dass längst nicht alles ist, wie es scheint.

    Charaktere: Eins vorweg: Es gibt viele! Anfangs ist es etwas schwierig, sich alle zu merken und auseinanderzuhalten, aber man kommt rein. Besonders weil die Autorin die Namen unermüdlich immer wieder einfließen lässt – auch in Verbindung mit der jeweiligen Nummer, die den Kindern in der Akademie verliehen wird. Ich konzentriere mich hier auf die, meiner Meinung nach, wichtigsten Figuren.

    Strudel – Nr. 365: Ich hab ja immer so meine Probleme mit Protagonisten. Meine Ansprüche sind da glaube ich ziemlich hoch. Dementsprechend bin ich auch mit Strudel am Anfang nicht ganz warm geworden. Er wirkte auf mich zwar nicht unnahbar, aber irgendwie unzugänglich. Er ist sehr in sich zurückgezogen, was man auch irgendwie verstehen kann, wenn man die Umstände bedenkt (Onkel umgebracht, Kindersoldat in Ausbildung usw.). Im Laufe des Buches entwickelt er sich jedoch zu einem wirklich mutigen Jugendlichen, der seine wahre Stärke zu entdecken beginnt und anfängt für sich einzustehen.

    Finan – Nr. 420: Finan mochte ich sofort. Er ist der intelligente Bücherwurm, der für jedes Problem eine Lösung parat hat. Dementsprechend fungiert er als Superhirn in der Truppe um Strudel und auch teilweise als Stimme der Vernunft. Obwohl er dabei so unglaublich lieb ist, kann man ihn sich gut, als Soldat vorstellen, der im Hintergrund die Fäden zieht, um seine Leute zum Sieg zu bringen. Finan hätte ich nur ungerne als Feind.

    Simon – Nr. 23: Simon ist schon länger in der Akademie als alle anderen. Dementsprechend ist er auch älter als Strudel und Co. und versucht stets, die anderen zu schützen; vor den Ausbildern oder sich selbst. Obwohl Simon zu Beginn des Buches auch noch ein Kind ist, wirkt er viel älter. In der Akademie gilt er als Vorzeigesoldat – seine Loyalität scheint jedoch anderswo zu liegen.

    Canina – Nr. 451: Mit Canina hatte ich zu Beginn die größten Schwierigkeiten. Sie hat sich freiwillig für den Dienst in der Akademie gemeldet, ist auch ansonsten eher abweisen und arrogant den anderen gegenüber und stets bestrebt, die perfekte Soldatin zu sein. Mit der Zeit bröckelt ihre Fassade jedoch und sie wird zugänglich – und gleichzeitig sympathisch, da man versteht, warum sie sich so verhält, wie sie es tut.

    Sprache: Die von Wolv gewählte Sprache ist sehr passend für ihre Geschichte. Genial gelöst hat sie auch die Darstellung des Erwachsenwerdens der Kinder durch Sprache. Kriegt Strudel am Anfang kaum ein Wort hervor, so werden seine Sätze mit Fortschreiten des Buches immer länger und eloquenter. Die kurzen, prägnanten Sätze die Wolv oft für Beschreibungen wählt, geben der Geschichte Pepp und lassen keine Langatmigkeit aufkommen.

    Fazit: Dass die Lichtbringer der erste Teil einer Reihe ist, habe ich erst relativ spät erfahren und war daher zwischendurch oft ein wenig verwirrt, weil einige Sachen nicht komplett aufgelöst wurden in diesem Buch. Insgesamt ist es ein bombastisches Debut mit einer gleichermaßen erschreckenden wie intelligent ausgearbeiteten Welt und vielschichtigen, interessanten Charakteren. Für Dystopie-Fans ein Muss.

  3. Bewertet mit 5 von 5

    Manus Bücherregal

    Nummer 365, Strudel, 6 Jahre, wird in der Akademie der Lichtbringer gebracht. Ich war anfangs schockiert, denn die Autorin hat in diesem Buch ein Thema bereit gestellt, welches man sich sonst nicht so näheren würde.
    Kindersoldaten, ja, in diesem Buch geht es um Kindersoldaten, die von klein auf schon ausgebildet werden, umhüllt in der Kuppel, die ihnen angeblich Schutz bringt.

    Der Schreibstil von der Autorin ist für ein Debüt wirklich leicht, locker, flott und angenehm zu lesen, aber es enthält auch sehr viel Spannung und der Spannungsbogen ist von Anfang bis zum Ende sehr gut aufgebaut. Langweilig wurde mir beim Lesen nie.

    Die Protagonisten, Kinder und Jugendliche, Erwachsene Ausbilder, bunt gemischt, auch von den Charakterzügen her. Strudel in der Akademie Nr. 365, Simon, Canina und alle anderen Anwärter haben keine Namen mehr in der Akademie, sondern nur noch Nummern. Der Trupp 6, mein Herzenstrupp, denn ich mit der Zeit ins Herz geschlossen habe. Besonders Simon und Strudel. Strudel will leben, er kämpft, er hilft den Anderen und Simon wird sein bester Freund.

    Im Laufe des Buches werden aus 6-jährigen, Jugendliche und die Sprache in den Dialogen, klingen schon von Anfang an „erwachsen“, jedoch kann ich mir gut vorstellen, wenn Kinder im realen Leben schlimmes erleben, dass auch sie viel zu früh erwachsen werden müssen.

    Sabrina beschreibt die Charaktere und Orte bildlich, was bedeutet, dass man sich als Leser ein Kopfkino einschalten kann und sich alles realistisch vorstellen kann. Als Leser musste ich weinen, war schockiert, war wütend, habe gezittert und gehofft.

    Das Ende des Buches ist ein Cliffhanger mit einem Ende, bei dem man vieles spekulieren kann und somit hoffe auch ich, dass der 2. Teil bald veröffentlicht wird, denn ich möchte wissen, wie es mit Strudel weitergeht.

    „Sehr gut gelungenes Debüt mit einer Geschichte, die zu Tränen rührt, zum Nachdenken anregt, wütend macht, schockiert und voller Spannung. Kinder die zu Soldaten werden und keine Hilfe von Erwachsenen erwarten dürfen und können. Absolute Leseempfehlung.“

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