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Heidrun Böhm und die Maiglöckchen

Auch unsere Autorin Heidrun Böhm hat sich bereit erklärt, mir Rede und Antwort zu stehen. Der ihr eigene trockene Humor schlägt sich in ihrem Roman „Der Duft der Maiglöckchen“ nieder.

Heidrun Böhm

Wie viele viel Bücher hast du bereits veröffentlicht?

Die letzte Anthologie unserer Autorengruppe: Mein Zeichen ist ein Feuerscheit.  Meinen Satirekrimi: Der Duft der Maiglöckchen

Wie kam es, dass du ein Buch schreiben wolltest. Kam dir ganz spontan der Gedanke oder gab es einen Auslöser?

Zuerst schrieb ich Kurzgeschichten, die in den Anthologien unserer Autorengruppe veröffentlicht wurden. Der Plan, ein eigenes Buch zu schreiben hat sich über viele Jahre entwickelt. Motiviert wurde ich dazu von meiner Mutter und meinem Bruder, die beide ebenfalls ein Buch geschrieben hatten. Da ich aber im Alltag wenig Zeit hatte, schrieb ich vorerst weiter meine Kurzgeschichten. Und so hat sich das Vorhaben verzögert.

Hast du dich dann einfach hingesetzt und losgeschrieben?

Ja, als ich mich dazu entschlossen hatte schon.

Wie viel Zeit hast du für die Vorbereitung benötigt und wie viel Zeit fürs Schreiben?

Das Manuskript in seiner „Urfassung“ war sehr schnell fertig. Ungefähr nach acht Wochen. Für die Vorbereitung habe ich einige Tage gebraucht. Allerdings hat sich die Bearbeitung des Manuskriptes dann über Jahre hinweggezogen, aufgrund persönlicher Umstände, und weil ich es mehrere Male überarbeiten musste. Es war doch nicht so perfekt, wie ich am Anfang gedacht hatte. Und natürlich auch, weil ich den passenden Verlag noch nicht gefunden hatte.

Ich habe schon oft gehört, dass Autoren berichten, dass ihre Figuren ein Eigenleben entwickeln. War das bei dir auch so?

Meine Protagonistin Barbara war zuerst nur eine kleine hilflose Person, die sich im Leben nicht zurechtfand. Doch je mehr ich über sie schrieb desto mutiger wurde sie. Ihr Mann Gernot, wurde niederträchtiger als ich es geplant hatte und Veronika, die Freundin von Barbara, die ein Verhältnis mit Gernot hatte, wurde hinterlistiger. Kommissar Berger, der den Mordanschlag auf Gernot Winter untersuchte wurde immer schussliger. Besonders liebte ich Hermine, die Altenpflegerin und Freundin von Barbara. Es hat mir viel Spaß gemacht, ihren Charakter auszuarbeiten.

Wie stark arbeitest du die Charaktere heraus?

Ich versuche, sie möglichst genau mit all ihren Eigenheiten auszuarbeiten, da sie die Handlung bestimmen und die Geschichte vorantreiben.

 Wie findest du Namen und woher holst du die Figuren?

Die Figuren hole ich aus meinem Umfeld, aus meiner Vergangenheit und aus meiner Fantasie.

Wie sehen deine Recherchearbeiten aus? Kennst du die Gegend, in der dein Roman spielt?

Ja, die Gegend kenne ich. Die Kleinstadt Schrobenheim gibt es zwar nicht, aber ich habe sie nach meinem eigenen Erleben in Kleinstädten selbst gestaltet.

Dein Buch ist fertig geschrieben und was passiert dann?

Das Manuskript lasse ich für einige Zeit liegen, damit ich einen Abstand dazu bekomme.  Dann beginnt das Überarbeiten und die Verlagssuche.

Wie fühlt es sich an, wenn du dein Werk in den Händen hältst und was tust du, um selbst bekannter zu werden? Oder überlässt du das ganz deinem Verlag?

Natürlich fühlt es sich gut an, wenn man sein Werk in den Händen hält. Ich freu mich, ich bin stolz darauf. Aber in meinem Innern sagt eine Stimme: „Du weißt, jetzt geht’s erst richtig los: Werbung im Internet machen sich nach Lesungen umsehen, Zeitungen anschreiben. Bekannten dein Buch empfehlen. Buchmessen besuchen. Du wirst stundenlang am Computer sitzen und keine Zeit für das neue Buch, das du schreibst, haben. Aber das war mir schon vor der Veröffentlichung klar. Ein kleiner Verlag alleine kann das nicht schaffen. Das sind Dinge, die ich in unserer Autorengruppe gelernt habe.

Schlummern noch weitere unveröffentlichte Manuskripte in deinen Schubladen und wenn ja, magst du uns verraten, von was die handeln?

Ja, es schlummern noch einige Manuskripte in den Schubladen, auch von unserer Autorengruppe. Von mir eine Handvoll meist satirische Kurzgeschichten und ein Roman. Er heißt: „Der Ruf der Eule.“ Vor einigen Jahren (irgendwann zwischen noch mehr Kurzgeschichten und dem Duft der Maiglöckchen) habe ich ihn geschrieben. Damals habe ich mich im Genre Heftroman versucht. Es ist eine unheimliche Geschichte mit Geistern, Liebe, Herz, Schmerz Grauen und Grusel. Eine Überarbeitung wäre nötig. Leider fehlt ihr jegliche satirische Komponente, aber das hätte nicht zum Genre gepasst.

Du hast die große Schule des Schreibens besucht. Es gibt immer mal Kritiker, die sagen, das sei alles Quatsch. Entweder man könne schreiben oder nicht. Wie siehst du das? Hat dir die Schule was gebracht? Würdest du sie noch mal absolvieren?

Vorweg: Noch einmal absolvieren würde ich sie nicht. Denn es muss viel Zeit dafür aufgewendet werden. Und wo bliebe dann die Werbung fürs Buch und das, was man gerne selbst noch schreiben mag?

Die Schule hat mir etwas gebracht, zweifellos. Einige Kurzgeschichten sind entstanden und letztendlich auch die Idee zu meinem Buch. Mein Schreibstil wurde verbessert. Besonders gerne habe ich den Teil der Belletristik gemacht. Die Kursleiterinnen waren meist nett und zugänglich. Eine Grundlage und der feste Wille zum Schreiben sollten vorhanden sein. Auch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Schule des Schreibens kaum ein Sprungbrett ist, um als Autor bekannt zu werden. Talent, Fleiß, und Durchhaltevermögen sind wichtige Grundvoraussetzungen, die man immer mitbringen muss, wenn man schreiben will.

Gibt es etwas, was du schon immer mal loswerden wolltest?

Ja, das beschreibe ich in meinem nächsten Buch. Mehr wird hier nicht verraten.

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