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13. Dezember

13.12

Unser heutiger Adventskalender-Beitrag kommt von Claudi Feldhaus. Nachstehend findet ihr eine kleine Leserpobe aus ihrem Roman Familie, Liebe und andere Sorgen.
Gleichzeitig ist heute wieder ein Tag, an dem ihr etwas gewinnen könnt.

zwölf

Bei diesem Schwur blieb ich. In den nächsten Wochen brachte ich das Kind jeden Morgen zur Schule, flog dann per Bahn zur Arbeit, wo ich ohne Pause Akten bearbeitete, Anrufe annahm, mir die Sorgen der Chefin anhörte, mit Lieferanten stritt und zwischendurch auch die Kotze von Loras Baby wegwischte – die uns immer öfter besuchte. Nachmittags holte ich Basti immer häufiger bei Sandy und dem braven Janosch ab. Zuhause kontrollierteich seine Hausaufgaben und unterschrieb seine stets guten Noten. Vor allem Mathe lag ihm – genau wie seinem Vater! Die Therapie bei Dr. Schlüssel war meine Gelegenheit joggen zu gehen. Dem ging ich bei Wind und Wetter nach, denn den Vertrag im Fitnessstudio hatte ich aus Geldmangel kündigen müssen. Ich richtete Basti darauf ab, mir im Haushalt zu helfen. Er lernte Betten beziehen, Sockenmemory, Geschirr abtrocknen. Bald sah er von allein, wenn die Blümchen Durst hatten oder das Regal mal abgewischt werden musste. Ich meldete ihn zu Karate-Kursen und zum Fußballspiel an. Sandy half ich, ein Bildungspaket zu beantragen, woraufhin auch Janosch mit zum Sport konnte.

Ende September feierten wir Bastis zehnten Geburtstag mit großem Pomp. Sabine schickte uns unangemeldet eine riesige Überraschungstorte. Ich vermied es, sie anzurufen. Das Kind wusste von allein, wie man ein Telefon bedient. Wir grillten auf der Wiese vor dem Haus. Ich war nicht sicher, ob wirklich alle der anwesenden Kinder Freunde von Basti waren. Aber er schien alle zu kennen. Er war beliebt – genau, wie sein Vater es in der Schule gewesen war. An den Wochenenden unternahmen wir fast immer etwas mit Janosch. Er war nicht der Hellste, aber er schien wirklich ein liebes Kind zu sein. Sandy und ich gewöhnten uns bald an, zum arabischen Gemüsehändler unseres Vertrauens zu gehen und uns frische Zutaten, Kräuter, Gemüse und viel Obst zu leisten. Davon kochten wir für uns und die Kinder.

Damit versuchte ich, mein Gewissen zu beruhigen.

Basti aß in der Schule und ich hoffte, dass die Speisen dort halbwegs gesund waren und er daraus seine Vitamine beziehen konnte. Zuhause bekam er Obst und ab und zu raffte ich mich auf und bereitete ihm abends eine Gemüsepfanne aus Tiefkühlkost zu. Oft reichte das Geld dafür aber nicht. Wenn ich tagsüber im Büro etwas aß, dann Mikrowellenfraß oder belegte Brote. Mein gesunder Lebensstil musste dem Fakt weichen, dass das Kind ständig neue Hosen, Schuhe und andere Klamotten brauchte, weil es Wachsen am besten beherrschte. Basti blühte regelrecht auf, wenn er mit Janosch spielte. Er war zweifelsohne der dominantere in der Beziehung und gefiel sich in der Rolle des Welterklärers, auch wenn er das meiste erfand. Amüsiert darüber ließ ich ihn reden. Die Kindheit war dazu da, Dinge zu sagen wie: „In Lappland wohnen die Menschen sehr dicht zusammen. Daher das Sprichwort: Es läppert sich zusammen“ oder: „Eine Gebärmutterist die Chefin in einem Geburtshaus“ oder „Bevor sie heiraten, müssen Mann und Frau erst gründlich prüfen, ob sie mit allen wichtigen Teilen zueinander passen.“

Philip fing ein paar Wochen nach unserem Aufeinandertreffen im Soda an, mir Textnachrichten zu schicken. Da er mit mir flirtete, konnte ich mich wohl nicht allzu sehr daneben benommen haben. Ich antwortete, sobald ich Zeit und einen freien Kopf hatte. Er schrieb immer sofort zurück. Ich fragte mich, ob ihm klar war, dass ich mich nicht mit Absicht rarmachte. So oder so – es schien gut anzukommen. Schlussendlich tat es meinem Selbstbewusstsein ziemlich gut. Nachdem ich mich für Orgasmen nicht mehr genug entspannen konnte, war dies das einzige, was mir noch etwas natürliche Röte ins Gesicht trieb. In Ermangelung von Sport und sexueller Betätigung hatte ich mehr als eine Wohlstandsrundung bekommen. Ich trug eine Körbchengröße mehr Brust herum und immer öfter Oberteile, die den Bauchspeck kaschierten. Meine Hosen spannten am Bund, doch meine Beine waren schlank geblieben, da ich wenigstens das Treppensteigen beibehalten hatte. Mir graute zu sehr vor dem Dezembertermin bei Dr. Schmidtlein, also sagte ich schon Ende Oktober ab.

Um nachts nicht von meinem verkorksten Seelenzustand träumen zu müssen, besorgte ich mir Schlafmittel. Erst nahm ich Baldrian, dann zusätzlich Hustensaft und schließlich trank ich vor dem Zähneputzen einen Kräuterlikör. Als ich mich auch daran gewöhnt hatte, stibitzte ich Bastis Tabletten, die er hingegen immer seltener einnehmen wollte. Im Herbst lösten wir endlich Yannicks Wohnung auf, die von sozialen Einrichtungen fast völlig leer geräumt worden war. Ich war überrascht, dass der Vermieter sich gnädig zeigte und keine Renovierung der Wohnung von mir verlangte. Dafür durfte er aber auch die Kaution behalten, die mein Bruder vor Jahren bezahlt hatte.

Eines Tages flatterte ein Schreiben von Herrn Seifert, dem Notar, ins Haus, worin er uns über Yannicks Erbe aufklären wollte, was ich erfolgreich verdrängt hatte. Wie befürchtet konnte Basti bestenfalls dessen Schulden bekommen. Eswar nicht ganz einfach ihm zu erklären, dass er nicht die Pflicht hatte, irgendwann die Schulden seines Vaters abzubezahlen.
„Aber du hast doch auch die Pflicht, dich um mich zu kümmern!“, argumentierte er.
„Basti, du hast keine Schuld! Du bist mein Neffe und ich habe dich lieb!“ Von mir selbst überrascht, sah ich ihn durchdringend an. Dann drückte er mich ganz fest und weinte das erste Mal seit Wochen.

Anfangs meldete sich Sabine ab und zu. Sofort reichte ich den Hörer an Basti weiter der ihr erzählte, wie viel Spaß er hätte und dass wir dieses Wochenende schon was vorhätten, Markus ihn also nicht zu holen bräuchte.

Erzähl es ihr! Sag ihr, dass ich klarkomme! Sag ihr, dass du glücklich bist!! Dann erzählt sie es Markus … feuerte ich ihn in Gedanken an – mit tiefster Genugtuung.

Der November war überaus sonnig und trocken geblieben, es regnete nur selten und das wirkte sich äußerst positiv auf die Laune aller Berliner aus, besonders auf die meiner Chefin. Sie lud mich spontan zum Mittag ein: „Sie leistn wirklich ganz hervorragende Arbeit“, begann sie.
Aber???
„Freut mich, wenn Sie zufrieden sind“, antwortete ich verlegen.
„Ich komme am besten gleich zur Sache, lange Reden sind nich mein Ding!“
Oh nein!
Lora war in den letzten Wochen häufig zu Besuch gewesen, mittlerweile ohne Baby, da sie abgestillt und es bei ihrer Mutter abgestellt hatte. Sie verteilte Winks mit dem Zaunpfahl, dass sie bereit wäre, sofort wieder anzufangen und sich ganz klar von mir bedroht fühlte. Was sollte aus mir werden? Ich hatte ein bisschen was gespart, aber das würde nicht lange für mich und Basti reichen. Dann bliebe uns nur noch Hartz IV! Aber dafür müsste ich zusätzlich dem Klatschblatt um meine sexy Geschichten kündigen. Doch diese zu schreiben war das einzige halbwegs Kreative, wozu ich in letzter Zeit fähig war. Aufgrund meines fehlenden Sexuallebens tobte ich mich beim Schreiben dieser Texte aus, und die waren mittlerweile als qualitativ hochwertig zu bezeichnen! Meinte jedenfalls meine Redakteurin.
Jedes Zahnrad im Getriebe meines Hirns ratterte auf Hochtouren.
„Frau Feldheim … was würdn Sie davon haltn, wenn Sie für immer bei uns bleiben?“, sagte die Chefin dann freundlich.
Waaaaaas? „Oh?“, stieß ich hervor.
„Ich möchte, dass Sie ab jetzt eine Vollzeitstelle im Büro abdecken. Dann kann ich tagsüber ein bisschen zu den Standorten fahren und die Abläufe überwachen und Lora wird als junge Mutter sicher froh sein, nachmittags frei zuhaben.“
Inerster Linie wird sie angepisst sein!
Die Chefin las meinen Blick falsch und rief dann schnell: „Ach ja, Sie würden natürlich mehr Gehalt bekommen!“
Es dauerte einen Moment, bis ich mich gesammelt hatte. Wieder einmal hatte ich ihren Tonfall falsch eingeschätzt.<
„Prinzipiell wäre ich von dieser Idee sehr angetan!“, meinte ich dann, „Wie wären denn die Arbeitszeiten?“
„Was halten Sie von 9.30 -18 Uhr mit Pause? Lora könnte vor Ihnen kommen und schon mal alles vorbereiten.“
Herrje, wird die angepisst sein …!
Mein Hirn ratterte wieder: Wie sollte ich in Zukunft Bastis Therapie legen? Oder würde er allein hingehen? So verknallt, wie er in Dr. Schlüssel war, wäre das sicher das kleinste Problem. Und Joggen war sowieso schlecht für die Knie.
„Ich möchte das zuhause absprechen und sage Ihnen Bescheid!“, lautete meine Antwort. Tief in meinem Herzen hoffte ich, dass dies ein Zeichen war: Die ganze Arbeit hatte sich gelohnt, ich würde klarkommen!

Noch mehr verstand ich es als positives Zeichen des Universums, als die Chefin mir zum Feierabend einen Scheck überreichte. Dies sei ein kleiner Bonus für mich. Es waren 1500,00 Euro und genau so viel schuldete ich Markus noch dafür, dass er damals die Beerdigung meiner Mutter bezahlt und später auch die Anzahlung der Beisetzung meiner restlichen Familie vorgestreckt hatte. Ohne lange darüber nachzudenken, suchte ich eine Bank auf und ließ den Betrag auf sein Konto gutschreiben. In den Betreff schrieb ich: Danke für die jahrelange Unterstützung. Ob er mir wieder nur „Gerne“ antworten würde? Nichtsdestotrotz würde er wissen wollen, woher ich das Geld hätte und mich kontaktieren. Es wäre der allerbeste Beweis, dass ich großartig zurechtkäme und dass ich wieder die unabhängige kreative Frau war, in die er sich verliebt hatte. Ihm würde klar werden, was für ein Idiot er gewesen war unddann könnten wir uns wieder zusammenraufen!

Ich trat aus der Bank, fühlte mich erfolgreich und auch ein bisschen hübscher als heute Morgen und lief zur nächsten Tram Station, als ich Markus aus seinem Opel steigen sah. Er hatte soeben auf der gegenüberliegenden Straßenseite eingeparkt. Er trug Jeans, ein gut sitzendes asphaltgraues Hemd und eine Winterjacke unter dem Arm, die ich nicht kannte. Dann lief er zur Beifahrertür und öffnete sie einer Frau. Es traf mich wie ein Stöckelschuhtritt ins Herz. Sie war ein feenartiges Wesen, mit dunkelblondem Haar und langen Beinen. Ganz so groß wie ich war sie nicht, dafür aber viel dünner als ich es je war. Sie schenkte ihm ein bezauberndes Lächeln, zog ihre etwas zu große Nase kraus und ihr Alabasterhautgesicht strahlte verliebt. Noch bevor ich mich hätte verstecken können, hatte Markus mich erblickt. Er sah genauso erschrocken aus wie ich. In diesem Moment nahm sie seine Hand und kuschelte sich an seinen Oberarm. Dann erst bemerkte sie, dass er zu mir herüber blickte. Ich sah ganz genau, wie ihr Himbeermund ein „Kennst du die Dicke dahinten?“ formte. Meine Tram fuhr vor. Ich erkanntedie einzige Möglichkeit, mich nicht mit ihnen unterhalten zu müssen.

Auch wenn es restlos unfreundlich war, ignorierte ich Markus eindeutige Handbewegung und stieg ein. Als die Bahn kurz darauf wegfuhr, lächelte ich ihn freundlich an. Er sah wütend aus. Dann fiel mir ein, dass er morgen auf seinem Konto das Geld finden würde. Er würde denken, ich hätte es, nachdem ich die beiden gesehen hatte, zusammengekratzt und überwiesen. Er würde denken, es sei meine Art, mich auf ewig von ihm loszusagen und nicht, wie ich gehofft hatte, ihnzurückzugewinnen. Während Tränen der Enttäuschung an meinem porösen Gesicht herunter sprudelten, tippte ich eine SMS:
Sorry, ich hatte es nur so eilig …
Aber ich löschte sie. Sie war weder glaubwürdig noch würdevoll – genau wie ich!

Basti wartete heute zuhause auf mich.

Anstatt mich wie sonst fröhlich zu begrüßen, erkannte er sofort, dass ich geweint hatte. Wie uns auffiel, weinte ich immer noch. Nachdem er mich fünfmal gefragt hatte und fast anfing selbst zu heulen, flüsterte ich: „Ich weine, weil ich so dumm war.“ Damit war für ihn natürlich überhaupt nichts erklärt.
„Weißt du … ich, hatte heimlich die Hoffnung, mich irgendwann mit Markus auszusöhnen. Als er dich damals hergebracht hatte, war mir aufgefallen, dass ich ihn zurückwill.“
„Und warum hast du ihm das nich gesagt?“ fragte das Kind sichtlich erfreut.
„Ich wollte nicht, dass er zurückkommt, weil ich mit dieser neuen Situation nicht klarkomme. Ich wollte, dass er wieder mein Partner wird, nicht mein Versorger.“
„Klarkommen?“
„Ich glaube, mittlerweile tu ich das, nicht zuletzt, weil du und ich so super zurechtkommen.“
Basti fühlte sich nun auch sichtlich geschmeichelt. Sollte ich ihm sagen, dass ich der Meinung war, wirklich Glück mit ihm gehabt zu haben? Seine Geschwister waren mir immer hyperaktiv und ungezogen vorgekommen. Er hingegen war so lieb und pflegeleicht und wirklich schon sehr weit für sein Alter. Aber das konnte ich ihm ja schlecht sagen!
„Markus will doch auch zurück. Ganz bestimmt!“, unterbrach Basti grinsend das innere Mono-Lob.
Ich lächelte verlegen. Nach einem tiefen Seufzer berichtete ich, was ich vorhin gesehen hatte. Dass Markus jetzt eine Märchenprinzessin spazieren fuhr und sich wohl kaum von ihr wegen mir trennen würde, nachdem ich ihn aus meinem Leben gekickt hatte. Außerdem, und ich gab mir große Mühe, Basti das so einfach wie möglich darzustellen, hätten Markus und ich nach wie vor diese verschiedenen Ansichten, was die Erziehung eines Kindes und die Rollenverteilung anging, wegen denen wir uns eben immer wieder gestritten hatten. Diese Reibungspunkte wären nach wie vor aktuell und die hätte er mit der Neuen sicherlich nicht. So unterwürfig, wie die gelächelt hat, dachte ich, würde die sich sicher auch ziemlich wohl in ihrer Rolle als Hausfrau, Mutter und Parasit fühlen.
„Hm, das ist natürlich Mist …“, stellte Basti fest.
„Riesengroßer Mist!“, bestätigte ich.
Dann saßen wir noch eine Weile schweigend auf dem Sofa und verabschiedeten uns still von dem Gedanken, Markus wieder in unseren Haushalt aufzunehmen.

Wie ich geahnt hatte, war Basti mit meiner neuen Arbeitszeitregelung einverstanden. Vor allem hieß das für ihn, dass bald mehr Geld zur Verfügung stand. Ich verkniff mir, ihm zu erklären, dass ich mir deswegen noch lange keine Zooausflüge oder große Fressen in den hiesigen Fast-Food-Lokalen leisten konnte. Er würde schon früh genug merken, dass ich wirklich nicht wie Sabine war. Jetzt fiel mir ein, dass die schon lange nicht mehr angerufen hatte. Die Feen-Freundin von Markus musste also bereits zuhause vorgestellt worden sein und sicherlich hatten alle befunden, dass sie so viel besser zu ihm passte als ich! Nach dem Sandmann ging Basti von selbst Zähne putzen und machte sich bettfertig. Ein braves Kind!

Wurde ich jetzt auch so wie diese Mütter, die ihr Kind für das beste, klügste und liebste hielten? Wie auch immer! Basti war nun mal das Beste, Klügste und Liebste. Anna und Yannick hatten ganze Arbeit geleistet!

Die nächsten Tage schneite es drei Flocken, woraufhin die Berliner S-Bahn brachlag. Ich hatte keine andere Möglichkeit, als darauf zu vertrauen, dass Basti ohne mich zur Schule ging, denn mit meiner Ausweichverbindung zur Arbeit – der Tram – war ich mindestens 20 Minuten länger unterwegs.
„Ich geh doch gern zur Schule!“, beruhigte mich Basti.
„Ich hoffe, das bleibt auch so“, rief ich, als ich ihm seine Brotbox gab.
„Doch ja! Die neue Schule is okay! In meiner alten war die Kunstlehrerin aber netter. Die jetzt ist schon so alt, die weiß nich mehr, wie man mit Kindern umgeht“, erzählte er mir, während ich ihm seinen Schal umband. Wusste ich doch auch nicht … und bis jetzt lebst du noch!

Wir teilten uns den Fahrstuhl und trennten uns vor dem Haus. Basti drückte mich zum Abschied ganz fest und flitzte dann durch den noch schummrigen Park in Richtung Schule. Es war der 1. Dezember und mein erster Vollzeit-Arbeitstag.

Ich vergaß Nikolaus und kaufte dafür, vor lauter schlechtem Gewissen, zu Weihnachten die Spielkonsole und das Taschenmonsterspiel, die Basti immer anhimmelte, wenn wir am Elektronikgeschäft vorbeischlenderten. Mein Konto wies zum ersten Mal in meinem Leben ein dickes fettes Minus auf und mir wurde so schlecht, als ich das sah, dass ich mich weigerte, den Stand vor dem neuen Jahr noch mal aufzurufen. Doch als Basti das Ding an Heiligabend auspackte – wir saßen mit Sandy, Janosch und ihren beiden Mädchen, Renata und Sabrina, in meinem Wohnzimmer – da leuchteten seine Äuglein heller als die kitschigen Lichtfiguren, die gegen meinen Willen ins Fenster gestellt worden waren. Basti schaltete das Gerät ein und war für den Rest des Jahres ausgestellt. Silvester hütete Sandy ihn und seine Konsole, da Margitta, meine Chefin, die ich jetzt duzen durfte, Hilfe bei der Überwachung des Gala-Buffets brauchte. Als ich um 4 Uhr morgens heimkam, war die Wohnung leer und roch noch immer nach Räuchermännchen.

Meine Beine schmerzten. Ich wickelte mich in die Kuscheldecke auf dem Sofa und dachte daran, wie oft ich darauf tollen Sex mit Markus gehabt hatte. Die Neue. Ob sie besser war als ich? Tränen rollten über mein dick geschminktes Gesicht. Ich hätte jetzt gern Basti da gehabt und ihn umarmt. Aber zum Glück, denn er sollte nicht schon wieder mein Trostpflaster gegen Liebeskummer sein, schlief der zwei Straßen weiter in der plüschigen Wohnung von Sandy. Ich sah ihn vor mir, wie er da auf der Luftmatratze neben Janoschs Bett lag, die Konsole fest umklammert wie ein Kuscheltier und alle paar Minuten kurz schnarchte. Er fehlte mir.

Am 2. Januar meines 26. Lebensjahres ging das erste Vollzeitgehalt auf meinem Konto ein und verwandelte mein Trübsal in einen Anflug sehr guter Laune, der bis zu meinem Geburtstag Ende Februar anhielt.

Wie hat euch diese kleine Leseprobe gefallen? Falls ihr wissen wollt, wie es weitergeht, könnt ihr das Print oder e-Book überall im Buchhandel, online oder direkt im Verlag bestellen.

Unsere heutige Gewinnspielfrage lautet:

Was bedeutet für dich Weihnachten?

Aus allen unten ins Kommentarfeld eingetragenen Antworten verlosen wir ein handsigniertes Exemplar von Familie, Liebe und andere Sorgen.

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Wir wünschen euch viel Glück.

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„Zimazans“ – Der neue Roman von Claudi Feldhaus

Nachdem die Berliner Autorin Claudi Feldhaus mit ihrem Debütroman „Liebe, Familie und andere Sorgen“ bei uns im Jahr 2013 gestartet ist, dürft ihr euch jetzt auf ihren zweiten Roman freuen.

 Zimazans Cover“Zimazans“ erscheint in wenigen Tagen und ist eine wunderschöne Romantasy. Auf spannenden 286 Seiten entführt euch Claudi Feldhaus in eine Welt voller Abenteuer, Kampf ums Überleben und eine Liebe, deren Zukunft ungewiss ist.

Klappentext: Die Evolution brachte ihr Meisterwerk hervor: die geflügelten Menschen; Pennatus. Ihre Existenz wird zum Verhängnis für die einst so weisen und mächtigen Sapiens. 300 Jahre später ist die Welt eine andere. Sapiens leben als niedere Spezies, Pennatus als Herrscher. Auf dem Planeten Erde holt sich die Natur ihren Raum zurück.
Inmitten der weiten Wälder vor der Metropole Zimazans versteckt sich das Buchenwaldvolk vor der sicheren Versklavung durch die Höhergestellten. Unter ihnen wächst Ankari auf; ein Halbling. Ihre Intelligenz, Tapferkeit und Stärke sind zu außergewöhnlich, um unbeachtet zu bleiben. Sie wird zum Häuptling des Buchenwaldvolkes und beginnt die Revolution.
Doch die Begegnung mit Kristian erschüttert ihr reines Feindbild von den Pennatus. Er ist das künftige Oberhaupt Zimazans und für die Not von tausenden Sapiens verantwortlich. Dennoch vertiefen sich die gegenseitigen Gefühle mit jedem Aufeinandertreffen. Den Liebenden ist klar, dass es keine Erfüllung geben kann, ohne sein eigenes Volk zu verraten.

Claudi Feldhaus BildMit viel Liebe zum Detail fertigte Claudi Feldhaus die Illustrationen  zu Zimazans an und verlieh so ihren Romanfiguren ein unverwechselbares Gesicht. Diese Originalzeichnungen verleihen diesem Buch eine unverkennbare Note, wie sie nur die Autorin selbst hat entstehen lassen können.Zimazans Illustration

Wir bieten euch das broschierte Buch bis zum 2. Juni 2014 bei Bestellungen über unseren Verlagsshop zum Subskriptionspreis von 10,– Euro und an. Danach gilt der reguläre Preis in Höhe von 11,90 Euro.

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