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Sagen und Fabeln in Büchern

Sagen und Fabeln sind nichts Neues. Auch nicht in Büchern. Ein Glück, dass sie für die Nachwelt aufbewahrt wurden, damit wir aus ihnen neue Geschichten spinnen können.

Ist euch aufgefallen, dass wir zwei Titel im Programm haben, die mit einer durchaus vergleichbaren Sage – wenn auch regional abgewandelt – daherkommen?
Im Buch: Cor de Rosas Tochter von Claudia Romes geht es um die Sage der Boto Cor de Rosa –


Zitat Wikipedia:

Bei manchen indigenen Völkern hält sich der Glaube, dass ein ertrunkener Mensch zu einem Flussdelfin wird. Der Flussdelfin behält in diesem neuen Leben die Fähigkeit, sich bei gelegentlichen Landgängen zurück in einen Menschen zu verwandeln.

Einige Menschen am Rio Negro glauben, dass der Amazonasdelfin nachts als gut aussehender junger Mann im weißen Anzug mit Hut an Land kommt und Ausschau nach jungen Mädchen hält. Darum wird jeder fremde junge Mann erstmal misstrauisch angesehen. Der so verwandelte Delfin verführt das junge Mädchen und verschwindet dann am nächsten Morgen wieder im Fluss als Delfin. Das Mädchen wird schwanger und schließlich kommt das Kind zur Welt. Es gibt wirklich Geburtsurkunden, in denen als Vater „Boto Cor de Rosa“ eingetragen ist.

Das zweite Buch, dem eine ähnliche, aber doch so ganz andere Mythologie innewohnt, beschäftigt sich mit Selkies.

Aberness von Christa Kuczinski

Cover "Aberness", erschienen im el Gato Verlagshaus

Wikipedia sagt: Auf den Orkney-Inseln und Nordschottland erzählt man sich Geschichten von Robben, die an Land kommen und sich in Menschen verwandeln, indem sie ihr Fell ablegen. Sie verstecken ihr Fell und laufen als Menschen herum. Angeblich sind Selkie-Frauen als Menschen unbeschreiblich schön.

In beiden Romanen geht es um Wasserlebewesen, die sich an Land in einen Menschen verwandeln können und beide Sagen waren Auslöser für diese wundervollen Bücher. Natürlich spielt die Liebe eine große Rolle – die gehört einfach mit dazu.
In beiden Büchern müssen unsere Protagonisten große Herausforderungen bestehen. Das Bezwingen der Hindernisse, die sich aufgrund der mythischen Umstände aufgetan haben, dürfen selbstverständlich ebenfalls nicht fehlen. Aber mehr darf ich euch jetzt nicht verraten 😉

Wenn ihr jetzt ein wenig ins Träumen geraten seid: Wir haben einen Ausmalblock mit Textstellen zu Aberness produziert. So könnt ihr noch mehr mit Amber und Alec mitfiebern und euch die Geschichte nach euren Vorstellungen malen.


Ihr seht: alte mythische Sagen lassen sich prima in unsere Neuzeit transportieren und zu wunderbaren Geschichten ausbauen.

Kennt ihr noch mehr Bücher, in denen alte Sagen die Grundlage für eine moderne Geschichte bildeten?

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9. Dezember

9.12

Ein neues Türchen öffnet sich: Claudia Romes, die Erschafferin von Cor de Rosas Tochter, hat sich für euch eine kleine Geschichte ausgedacht.

Stellas Wunsch

Es war einmal ein Mädchen, das hieß Stella. Sie liebte die Sterne über alles. Oft saß sie des Nachts am Fenster und blickte hinaus zum Himmelszelt. Wenn sie dann endlich eine Sternschnuppe vorbeifliegen sah, schickte sie jedes Mal denselben Wunsch hinauf zum Mond, der mit seinem lieben Gesicht zu ihr auf die Erde sah und ihr zunickte. Immer dann, wenn sie ihn darum bat, sie einmal zu ihm und den Sternen zu tragen. Nichts wünschte sie sich mehr.

Eines Nachts, sie war wie so oft auf der Fensterbank eingeschlafen, da hörte sie wie jemand ihren Namen rief. „Stelllla“, erklang jene Stimme. Ein zarter Windhauch blies ihr ins Gesicht, und als sie ihre Augen öffnete, blickte sie direkt in das runde Mondgesicht, das sie freundlich anlächelte. „Es ist soweit“, sagte der Mond, „dein Wunsch geht heute in Erfüllung. Klettere auf meine Nase und ich werde dich mit hinauf nehmen.“ Stella staunte nicht schlecht, dann tat sie wie ihr geheißen und der Mond flog mit ihr himmelwärts. Sie stiegen höher und immer höher, bis sie schließlich bei den strahlenden Sternen angekommen waren. Der Mond stellte Stella jeden Einzelnen von ihnen vor. Oh, wie glücklich Stella war, jetzt da sie sie alle mit Namen kannte. Da waren der Morgenstern und der Abendstern, der Nordstern und natürlich die Sternenfee, die sobald es dunkelte, jedem Stern eine Kerze gab, damit sie leuchten konnten und von der Erde aus gesehen wurden. Der Mond zeigte Stella die Milchstraße. Er setzte sie auf das Schiff Slagroom, das aus purer Sahne bestand und von einem marsstämmigen Kapitän gesteuert wurde. Sie fuhren bis zur Kakaostraße, in die Stella eine Tasse hielt. Ein kleiner Stern, den sie passierten, schickte seine Funken aus und Stellas Kakao war sofort köstlich warm. Sie tauchte ihren Zeigefinger in den Schiffsbug und streifte etwas von der Sahne auf die Tasse.

Plötzlich ruckelte das Schiff. „Festhalten!“, rief der Kapitän, dann sausten sie einen Wasserfall hinunter an dessen Ende ein Regenbogen war. Der war so weich, dass Stella gar nicht merkte, wie sie auf ihm gelandet waren. Er war aus purem Zucker, auf ihm huschten Gummibären und Marshmallowmännchen in Richtung eines zauberhaften Schlosses, an dessen Turmspitzen bunte Fahnen wehten. „Das ist das Schloss der Sternenprinzessin!“, sagte der Mond, der nun wieder neben Stella aufgetaucht war. „Sie feiert einen Ball und du bist heute Nacht ihr Ehrengast!“

Als Stella aus dem Schiff stieg, verwandelte sich ihr Nachthemd in ein festliches Kleid, dessen seidene Fäden in allen Farben funkelten. Der Sohn des Abendsterns geleitete sie hinein, und als sie den großen Thronsaal betrat, applaudierten die anwesenden Sterne und auch die Prinzessin erhob sich von ihrem Thron, der über und über mit Kristallen versehen war. Sie trug ein goldenes Kleid und auf ihrem Kopf hatte sie eine Krone, die heller strahlte als jegliches Licht. „Heute Nacht wollen wir feiern!“, sagte die Sternenprinzessin, “denn ein ganz besonderes Menschenkind ist heute unter uns. Es ist stets artig und fleißig, jede Nacht sieht es zu uns hinauf. Doch auch wir, liebe Stella, schauen zu dir hinunter. Wir beobachten alle Kinder und den besonders artigen, erfüllen wir auch Wünsche, so wie dir!“

Sie tanzten und lachten die ganze Nacht hindurch und der Mond lugte zufrieden durch eines der Fenster. Doch irgendwann hörte die Musik auf zu spielen, Stern für Stern bliesen ihre Flamme aus und zum Schluss verblasste auch die Prinzessin.

Stella bekam es mit der Angst zu tun. „Wo seid ihr denn alle?“, fragte Stella in die Dunkelheit hinein, dann fiel sie plötzlich hinunter, immer tiefer und tiefer, bis sie schließlich landete.

Vorsichtig schlug sie ihre Augen auf, rappelte sich vom Fußboden hoch, auf den sie, zum Glück, sanft gefallen war und sah, wie die ersten Sonnenstrahlen den Horizont erhellten. Ganz am Rande war immer noch der Mond zu erkennen. Sie rieb sich den feinen Sand aus den Augen. War denn alles nur ein Traum? Aber nein, denn an ihr klebte noch ein seidener Faden des Kleides, das sie zum Ball getragen hatte und wie so der Mond langsam am Himmel verschwand, sah sie, wie er ihr zum Abschied zulächelte.

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14. Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse Saarbrücken

Vom 22. Mai bis 25. Mai 2014 findet die 14. Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse in Saarbrücken statt.

Wir werden auf dieser Messe erstmals unsere Bücher ausstellen und fiebern der Messe aufgeregt entgegen. Außerdem freuen wir uns, dass wir gleich zwei Lesungstermine ergattern konnten.

s-150-200-1922142_610614079025248_687758451_nSusanne Leuders liest am 24. Mai 2014 aus dem 1. Band der Etenya-Saga

„Soyala – Zeit der Wintersonnenwende.“

Ort: Theaterkeller im Schloss Saarbrücken

Zeit: 11.00 Uhr

 

Am Sonntag, 25. Mai 2014 habt ihr die Möglichkeit, den Worten von Claudia Romes zu lauschen.9783943596502

Sie liest um 16.00 Uhr, Messe Saarbrücken, VHS Raum A, aus „Cor de Rosas Tochter“.

Wir freuen uns riesig auf die Messe und vielleicht habt ihr ja Lust bei unserem Stand vorbeizukommen und „Hallo“ zu sagen. Lernt Susanne Leuders, Claudia Romes und auch Jonathan Philippi persönlich kennen und nutzt die Gelegenheit, auf all eure Fragen Antworten zu bekommen. An allen vier Tagen habt ihr die Möglichkeit Bücher direkt vor Ort zu erwerben und mit Sicherheit ist das eine oder andere handsignierte dabei.

Ich werde versuchen, euch von der Messe aus, Bericht zu erstatten und euch brandneue News zukommen zu lassen.

Wir freuen uns auf euch!

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Wer steckt eigentlich hinter …

… Claudia Romes? Teil 1

Claudia Romes, geboren 1984 in Bonn, lebt mit ihren beiden Kindern und Cockerspaniel-Hündin Gina in Remagen. Der Rhein bedeutet für sie immer ein Stück Heimat, und diese ist für die Tochter eines belgischen Malers unersetzlich. Von ihm, den sie stets lesend in Erinnerung hat, lernte sie, welchen Einfluss das geschriebene Wort SAMSUNGauf die Menschen haben kann. Schon immer wollte sie deshalb nur eines werden: Schriftstellerin. „Unvernünftig!“, hieß es, als sie diesen Wunsch in der Schule äußerte. Auch in ihrer Familie stieß sie damit nicht gerade auf ein offenes Ohr. Es musste also erst einmal etwas „Sicheres“ her. So ließ sich Claudia Romes auch bei ihrer Berufswahl von den Büchern inspirieren. Ernest Hemingways Roman „In einem anderen Land“ war es, durch den sie den Entschluss fasste, Krankenschwester zu werden. Die Leidenschaft zum Schreiben begleitet sie jedoch schon seit vielen Jahren.

Bereits im zarten Alter von neun Jahren begann sie, ein großes Notizbuch mit unheimlichen Geschichten zu füllen. Bei einem Umzug vor einigen Jahren geriet ihr dieses Buch wieder in die Hände. „Da stellte ich fest, dass meine kindlichen Ideen keineswegs zum Wegwerfen waren!“ Sie pickte sich zwei der Kurzgeschichten heraus, feilte an ihnen, reichte sie bei Literaturwettbewerben ein, und tatsächlich: Sie wurden in die Anthologien aufgenommen. Somit war der Grundstein des aktiven Schreibens für Claudia Romes gelegt. Seitdem vergeht kaum ein Tag, an dem die 29-jährige nicht schreibt. Auf ein Genre festlegen möchte sie sich dabei allerdings nicht. shootingelgato 108Wenn sie nachdenklich ist, kritzelt sie Gedichte auf einen Block. „Das ist das Einzige, das ich noch mit der Hand schreibe!“ Kurzgeschichten sind bei brisanten Einfällen das Mittel der Wahl, und manchmal verwandeln sie sich in Romane. Märchen schreibt sie oft zusammen mit ihren Kindern. „Die haben immer noch die besten Einfälle.“

Mit ihrer Familie verbringt sie ihre Freizeit am liebsten. Zudem liebt sie die ausländische Küche, hat eine Vorliebe für gutes Essen, welche sie wiederum mit dem Joggen ausgleicht. Gleichzeitig schafft sie sich dabei einen freien Kopf. Die Autorin hat ein Faible für Schneekugeln als Reisesouvenir und sammelt außerdem für ihr Leben gern außergewöhnliche Teekannen. Sogar diese Leidenschaft lässt sich mit einem Buch erklären: Alice im Wunderland. „Früher habe ich immer gehofft, genau wie Alice, auf einen Kaninchenbau zu stoßen, der mich direkt ins Wunderland bringt.“

In unserem nächsten Beitrag erfahrt ihr mehr über Claudia Romes. Wie ist ihr Buch „Cor de Rosas Tochter“ entstanden? Wie waren nun die Reaktionen aus ihrem Umfeld? Ihr dürft gespannt sein.

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