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Autoreninterview Barbara Kühnlenz zum Welttag des Buches

Eine besondere Autorin habe ich mir für diesen besonderen Tag aufgehoben.

Sie hat im Verlagshaus el Gato bereits zwei Romane veröffentlicht, der dritte „Streulicht“ ist in Vorbereitung und erscheint im Spätsommer 2013. In zahlreichreichen Anthologien hat sie bereits mitgewirkt, sie hat eine ganz besondere Sprache und eine sehr starke Ausdrucksweise. Barbara Kühnlenz.

Porträt Barbara_300
Bitte begleitet mich heute nach Berlin und lest die Antworten von Bärbel Kühnlenz:

Was bedeutet dir das Schreiben? Und wieso?

Das Schreiben ist für mich ein Mittel, um meine Gedanken und Fantasien anderen mitzuteilen, obwohl ich auch dadurch immer der Außenseiter bleibe, der ich schon während meiner Kindheit, Schulzeit und auch später immer gewesen war. Mich interessieren nicht nur Bücher, sondern auch die Sprache als Ausdrucksmittel. Ich beschäftigte mich mit ca. 20 Büchern über Stilkunde und Etymologie, Umgangssprache und gutes Deutsch, Synonyme und Antonyme, Psychologie und Medizin und noch vielen mehr. Lesen und Schreiben gehören nach meiner Meinung unmittelbar zusammen. Durch das Lesen dringe ich in die Gedankenwelt anderer Autoren ein und setzte meine Erkenntnisse im eigenen Schreiben um. Das bereitete mir nicht nur Spaß, sondern ist auch gleichzeitig ein Untertauchen in die eigene Kreativität, die mich jahrelang immer tiefer in die Fotografie eindringen ließ, sodass ich vor dem Fotografieren das fertige Bild im Kopf komponiert habe. Auf diese Weise entstanden auch meine Kurzgeschichten und Romane. Besonders nach der Wende ist das Schreiben zum Mittelpunkt meines Lebens geworden. Ich brauche meinen Gedanken keine Zwänge mehr aufzuerlegen und habe dadurch ungeheuere Freude am Schreiben. Alles, was ich während der DDR-Zeit schrieb, blieb in der Schublade und durfte nun ans Licht kommen. Das Schreiben erzeugt in mir ein außergewöhnliches Glücksgefühl und ist somit Lebensinhalt und Vergnügen zugleich.

Wie kam es, dass du ein Buch schreiben wolltest? Kam dir ganz spontan der Gedanke oder gab es einen Auslöser?

 Lesen gehört schon seit meinem 5. Lebensjahr zu meinen Leben, obwohl die Fotografie zunächst das eigene Schreiben in den Hintergrund drängte. Doch nebenbei schrieb ich Gedichte und erzählte mir als Kind im Stillen eine Endlosgeschichte, die aber nie schriftlich festgehalten wurde. Leider gab mir die DDR-Literatur nicht das Hochgefühl, das ich beim Lesen eines Buches erwartete. Da riet mir mein Mann: „Schreib doch deinen eigenen Roman!“, und ich begann sofort mit meinem ersten Roman, den ich zunächst „Traumtänzer“ nannte und der im vorigen Jahr unter dem Titel „Von Janusköpfen und Kippfiguren“ bei Dir im Verlag erschienen ist. Damals jedoch landete er in der Schublade, denn kein DDR-Verlag hätte ihn publiziert. Möglicherweise hätte ich noch mit anderen Konsequenzen rechnen müssen. Nach Öffnung der Mauer in Berlin stürmten mein Mann und ich alle Buchläden in West-Berlin, und ich fing noch vor der offiziellen Wiedervereinigung an der Axel-Anderson-Akademie/Hamburg mit dem Fernstudium „Die große Schule des Schreibens“ an. Während dieser Zeit reifte die Idee für „Schattensprung“. Da mich Literatur und die deutsche Sprache immer mehr fesselten, setzte ich meine literarische Ausbildung am ILS Hamburg mit der Fachrichtung „Deutsch und Literatur“ fort. Auch im vergangenen Jahr verführte mich die Akademie der Zeit zu einem Fernseminar über Gegenwartsliteratur. Seit vielen Jahren ist das Schreiben neben Lesen und Fotografieren außer meiner Familie mein Lebensinhalt.

Hast du dich dann einfach hingesetzt und losgeschrieben?

 Nein. Die Thematik entsteht bei mir zwar meist spontan, aber ehe ich mit dem Schreiben beginne, entwickle ich den Roman vollkommen im Kopf. Dabei kommen mir übrigens nachts, wenn ich nicht schlafen kann, die besten Ideen. Sie halte ich gleich als Stichpunkte auf einem Blatt Papier handschriftlich fest. Nachdem der Text gedanklich konzipiert ist, fange ich mit dem Schreiben des Manuskriptes an.

 Wie viel Zeit hast du für die Vorbereitung benötigt und wie viel Zeit fürs Schreiben?

 Die Vorbereitung mit allen Recherchen dauert oft sogar Monate, während das Schreiben innerhalb von Wochen geschieht. Danach beginnt für mich jedoch die richtige Arbeit am Text. Ringen um jeden Begriff, alltägliche Formulierungen durch treffende ersetzen, Dialoge schleifen, Kapitel verändern und noch vieles mehr, solange bis der Text die Gestalt annimmt, die mir anfangs vorschwebte. Das Manuskript überarbeite ich oft zehnmal und mitunter auch noch öfter.

Deine Geschichten handeln hauptsächlich in der ehemaligen DDR. Hat das eine bestimmte Bewandtnis?

Darauf gibt es mehrere Antworten. Ich ertrug die Entwicklung der DDR vom Anfang bis zum Schluss, verbrachte also meine Kindheit, meine Jugend und einen großen Teil meines erwachsenen Lebens in dieser Staatsform. Den Mauerbau und die Wende erlebte ich in Berlin, der geteilten Stadt, hautnah mit. Erfuhr in der eigenen Familie das Leid der Trennung von Verwandten und Freunden durch den Bau der Mauer. Dadurch bin ich natürlich ein Zeitzeuge, der auch etliche Klischees durchbrechen kann.

Außerdem möchte ich die Bewohner in den alten Bundesländern über unser Leben in der DDR informieren. Als wir im Sommer vor der offiziellen Wiedervereinigung an die Nordsee fuhren- dicht an die dänischen Grenze- merkte ich, wie stark das Interesse an unserem Leben in der DDR war. Sogar am Strand sprach mich eine Bewohnerin aus dem Weserbergland an, die noch nie mit Menschen aus der DDR in Berührung gekommen war. Sie interessierte sich brennend, wie wir gelebt haben. Es war ein sehr unterhaltsames Gespräch, und ich spürte bei ihr nicht nur Neugier, sondern aufrichtige Wissbegierde am anderen Teil Deutschlands, den sie nur aus den Medien kannte. Aber auch für die Jüngeren in Ost und West möchte ich einige Tabus brechen. Die Erinnerung an einen deutschen Staat, den es nun schon lange nicht mehr gibt, darf nicht verloren gehen. Aber nicht nur deshalb handeln meine Romane hauptsächlich in der ehemaligen DDR. Die Kultur und die Bräuche, die Verbote und Strafen, unsere Lebensweise und auch die Tricks, durch die Maschen der Gesetze zu schlüpfen, kenne ich gut, und sie dürfen nicht verschwinden. Meine Romane sollen Mahnung und Erinnerung zugleich sein. „Schattensprung“ und „Streulicht“ vereinen die beiden Gesellschaftsordnungen. Wobei in „Streulicht“ auch die Schattenseiten der neuen Zeit offenbart werden. In „Von Janusköpfen und Kippfiguren“ dagegen agieren die Figuren mitten im Realismus der DDR. In dieser Zeit dominierten Zwang und blinder Gehorsam dem Staat gegenüber, während in der „Die Lichtmalerin“ dargelegt wird, dass die psychischen Aspekte der Menschen in Ost und West auch während der Trennung immer gleich waren.

Wie stark arbeitest du die Charaktere heraus?

Für jede Figur schreibe ich eine Biografie. Ich weiß dann, wer diejenige ist, was ihr widerfahren ist, was sie von ihrem weiteren Leben erwartet. Doch der Charakter jeder Einzelnen mit seinen Schwächen, Stärken und Vorlieben verändert sich nicht.

Schlummern noch weitere Buchprojekte in deiner Schublade und wann können wir mit einer weiteren Veröffentlichung mit dir rechnen?

 Durch meine Gedanken schwirren noch etliche Romanideen; in meiner Schublade liegen momentan fünf mehr oder weniger durchdachte Manuskripte. Außerdem befinden sich bei Dir weiterhin die Romanmanuskripte von „Streulicht“ (soll in diesem Jahr veröffentlicht werden), „Die Lichtmalerin“ (Veröffentlichung wahrscheinlich 2014), die Weihnachtsanthologie (2. Auflage in diesem Jahr?) und das Anthologiemanuskript „Umbrüche“ (Veröffentlichung ungewiss).

Augenblicklich erstelle ich gerade eine Fotoshow, die ich „Blütenträume“ nennen werde, und entwerfe nebenbei einen neuen Roman mit dem Titel „Jenseits aller Herrlichkeit“. Eventuell wird er zum Jahresende beendet werden. Während ich zu Beginn meines Schreibens überwiegend Erzählungen schrieb, dominiert jetzt immer mehr der Roman, vermutlich analog zu meiner Endlosgeschichte in der Kindheit. Wenn es mir meine Lebensuhr erlaubt, werde ich vielleicht alle vorhandenen und  zukünftige Romanideen realisieren können.

Ich danke Dir, dass ich in dem Interview meine Gedanken und Emotionen zum Thema Schreiben und Lesen darlegen durfte.

Bärbel, und ich danke dir.

Die beiden Romane von Barbara Kühnlenz, „Schattensprung“ und „Von Janusköpfen und Kippfiguren“ sind im Verlagshaus el Gato erschienen und als Print oder E-Book erhältlich. [wpshopgermany product=“3″][wpshopgermany product=“8″]

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Und sie geht wieder

Endlich, endlich tut es unsere Website wieder!

Papierkrieger

Nein, wir mögen diese Ausfälle auch nicht.

Aber jetzt sollten sie endlich auch ein Ende haben. Nachdem wir im vergangenen Jahr von unserem langjährigen, aber ausländischen Hoster auf einen deutschen Hoster gewechselt sind, häuften sich Serverausfälle. Mal war es ein Brand, mal ein Kurzschluss, mal ein Hacker, mal ein Umzug. Nach der letzten Störung versprach mir der Hoster, dass es die letzte sei und der neue Server zuverlässig im Raid-System arbeiten würde. Das Versprechen hielt eine Woche.
Nachdem wieder einmal Kunden nicht bestellen konnten, mich Emails nicht erreichten und auch die Jungs von der Technik abgetaucht waren, habe ich kurzentschlossen den Hoster gewechselt und bin wieder zum ausländischen zurück.

Dabei nicht bedacht hatte ich, dass ich technisch gesehen, null Ahnung habe. Seltsamerweise waren tatsächlich auch IT-ler überfordert. Heute morgen hat sich dann endlich jemand gefunden, der kompetent und innerhalb von 10 Minuten das Problem gelöst hat.

Und nein, der Verlag hat weder seinen Namen geändert, noch seine Domain oder seine Adresse. Es schwirren bereits Gerüchte im word wide web, die natürlich, wie soll es anders sein, von Anonym gestreut werden.

Leider sind einige unserer Bilder im Datennirwana verschollen. Die letzten Beiträge habe ich neu mit Bildern versehen,  sollte ich wichtige oder gerade eure Beiträge übersehen haben, schickt mir einfach eine Mail.

Es liegen in diesen Tagen auch einige wichtige Dinge an:

– unsere Aktion zum Welttag des Buches am 23.April 2013 WDB2013_Geschichte_claim_RGB

– am 30.April endet die Eindendefrist für die Fantasyanthologie

– das Autoreninterview unserer Autorin Barbara Kühnlenz

– und eine Frühlingsaktion … Ja, euch erwartet schon wieder eine neue und wirklich sehr tolle Aktion in Zusammenarbeit mit Elke von Linde von Part Time Kings. Der oder die Gewinnerin sollte sich bereits den 24.April 2013 vormerken!

Starten wir also in eine neue und hoffentlich störungsfreie Internetzeit.
Herzlichst Eure Andrea el Gato

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Gabriele Buchholz und ihr Interview in der TINA

Bei dem ganzen Messegeschehen ist beinahe das tolle Interview unserer Autorin Gabriele Buchholz in der Frauenzeitschrift TINA vom vergangenen Mittwoch untergegangen. Aber nur beinahe.

Das Interview ist so Klasse, dass gleich eine weitere, bei weitem größere Frauenzeitschrift Interesse an einem tiefergehenden Interview bekundet hat. Welche verrate ich euch jetzt nicht, damit die Enttäuschung nicht so groß ist, falls es nicht klappt.

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Bericht Tina

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Ausflug nach Australien gewünscht?

Was liegt bei diesen kalten Temperaturen, dem ständigen Schneefall und Schmuddelwetter nicht näher, als dem kalten Deutschland den Rücken zu kehren und in wärmere Gefilden zu reisen. Australien zum Beispiel. Leider kann nicht jeder von uns, mal eben seine Koffer packen und abdüsen. Was wir aber können, wir können unsere Gedanken auf Reisen schicken. Unsere Autorin Kate Sunday nimmt uns Leser an die Hand und lässt Bilder vor unserem inneren Auge entstehen.

Kate Sunday

Natürlich konnte ich es mir nicht entgehen lassen, auch Kate Sunday zu interviewen. Lest nachstehend, was dabei herausgekommen ist:

Seit wann schreibst du?

Ich schreibe, seit ich denken kann. Schreiben und Lesen waren schon immer meine liebsten Hobbys. Meine erste längere Geschichte habe ich im Alter von etwa zwölf Jahren entworfen. Eine Internatsgeschichte über ein junges Mädchen, das sich zum ersten Mal verliebt. Den kleinen weißen Ringordner, dem ich diese Geschichte anvertraut habe, besitze ich noch immer, und heute lese ich meiner Tochter manchmal daraus vor. Sie hat mir gestanden, dass sie die Geschichte ganz toll und spannend findet, was mich natürlich riesig freut!

Wusstest du schon immer, dass du mal ein Buch veröffentlichen wirst?

Sagen wir mal, ich habe immer davon geträumt, habe es mir erhofft. Dass es wirklich einmal klappen würde, damit habe ich nicht gerechnet. Manchmal kommt es mir unwirklich vor, dass sich einer meiner größten Träume verwirklicht hat.

Du hast jetzt zwei Bücher geschrieben, eins ist bereits veröffentlicht, eins wird im April erscheinen. Können wir noch mehr von dir erwarten?

Ich arbeite momentan an meinem dritten Manuskript, einer spannenden Liebesgeschichte, die im Südosten der USA spielt. Voraussichtlich wird der Roman im Frühjahr des nächsten Jahres erscheinen. Nähere Informationen dazu gibt es in Kürze auf meiner Homepage und meinem Blog.

Eine Handvoll Kurzgeschichten schlummert noch in meiner Schublade, die ich irgendwann überarbeiten und veröffentlichen möchte. Ebenso liegen auf meinem Schreibtisch weitere Projekte, die darauf warten, entwickelt zu werden. Vor einiger Zeit hatte ich zum Beispiel spontan eine Idee zu einer Mystery Romance. Am liebsten hätte ich sofort mit dem Schreiben begonnen, was aber nicht möglich war, da ich gerade mitten in der Überarbeitung meines zweiten Manuskripts steckte. In meinem Kopf lauern noch einige Ideen zu verschiedenen Geschichten. Mir wird also nicht langweilig werden.

In welchem Genre bewegen sich deine Bücher und wirst du diesem treu bleiben?

Bisher habe ich vorwiegend Geschichten entworfen, die von der Liebe erzählen. Dieses Thema liegt mir einfach am Herzen. Ich finde es unglaublich spannend, in die Gefühlswelt anderer Menschen einzutauchen, über Beziehungen, unerfüllte Liebe, Trauer, Sehnsucht und Schmerz zu schreiben. Ich denke, dass ich diesem Genre treu bleiben werde. Zwar habe ich mich früher auch im Bereich Science Fiktion und Fantasy versucht, aber ich werde vermutlich nicht dahin zurückkehren.

Wie viel Zeit hast du für die Vorbereitung benötigt und wie viel Zeit fürs Schreiben?

Das war ganz unterschiedlich. Bei meinem ersten Buch habe ich einfach darauf losgeschrieben. Die Handlung der Geschichte, Anfang und Ende, existierten in groben Umrissen in meinem Kopf. Parallel dazu legte ich eine Personenliste an, die stetig erweitert und verfeinert wurde. Meine Protagonisten entwickelten sich während des Schreibens und ich lernte sie dabei Stück für Stück kennen. Allerdings zog sich der Prozess des Schreibens selbst sehr hin, da ich von Szene zu Szene gehüpft bin und im Nachhinein Textpassagen zusammenfügen musste, was mitunter doch sehr mühsam war. Außerdem traten unerwartete Wendungen ein, oder die Protagonisten machten auf einmal, was sie wollten! 😉

Für das zweite Manuskript habe ich im Vorfeld einen Plot ausgearbeitet, sodass ich mich beim Schreiben daran orientieren und chronologisch arbeiten konnte. Diese Vorgehensweise ist mit Sicherheit einfacher und effektiver, und die Geschichte hat die Chance, schneller zu wachsen.  Auch wenn es reizvoll war, ohne vorgefertigten Plot zu arbeiten, denke ich, dass ich – allein aus Zeitgründen – in Zukunft nicht mehr so vorgehen werde.

Wie schaffst du es, deine Familie und deine Schreiberei unter einem Hut zu bekommen? Schreibst du täglich?

Das ist eine gute Frage! Manchmal ist es tatsächlich sehr schwierig, allen und allem gerecht zu werden. Ich gebe zu, dass meine Familie mitunter zu kurz kommt, wenn ich gerade in einer intensiven Schreibphase stecke oder unter Zeitdruck stehe. Ich versuche, täglich zu schreiben, vorzugsweise, vormittags, wenn Mann und Kinder aus dem Haus sind. Wenn aber das nicht möglich ist, dann schreibe ich, wann immer ich Gelegenheit dazu finde.

Beide Romane spielen in Australien. Hast du eine besondere Beziehung zum Kontinent?

Ja, das habe ich tatsächlich. Australien ist ein faszinierender, atemberaubender Kontinent. Wer einmal dort war, den lässt er nicht mehr los. Das war jedenfalls bei mir der Fall. Diese unglaubliche Weite, die Einsamkeit des Outback und die einzigartige Natur haben mich tief berührt. Zudem habe ich langjährige, enge Verbindungen nach Australien und kenne die meisten der in beiden Romanen beschriebenen Schauplätze persönlich. Ich hoffe sehr, dass ich eines Tages dorthin zurückkehren darf.

Dein Buch ist fertig geschrieben und was passiert dann?

Dann fange ich mit dem nächsten an J Aber Scherz beiseite. Wenn das Manuskript geschrieben ist, gehe ich an den Anfang zurück und beginne mit dem Überarbeiten. In dieser Phase werden Textpassagen gestrichen, Szenen hinzugefügt, verbessert, umformuliert. Am Ende angekommen, gehe ich zurück an den Anfang … Es ist tatsächlich so. Überarbeit wird so lang und so oft, bis ich das Gefühl habe, dass alles stimmig ist. Die Zeit der Überarbeitung kann durchaus länger sein als die des Schreibens.

Wie wichtig ist dir der Kontakt zu deinen Lesern? Führst du auch Lesungen durch?

Mir ist der Kontakt zu meinen Lesern immens wichtig, möchte ich doch wissen, ob das, was ich schreibe, ankommt oder ob es etwas gibt, das ich beim nächsten Mal besser machen könnte.  Die Geschichten, die ich spinne, schreibe ich ja nicht für mich, sondern für meine Leser. Es ist einfach ein tolles Gefühl, zu erfahren, dass anderen Menschen beim Lesen meiner Bücher Tränen in die Augen steigen, weil meine Geschichten berühren!

Natürlich mache ich auch Lesungen, sowohl allein als auch im Rahmen von Veranstaltungen. Geplante Projekte erscheinen unter der Rubrik „Termine“ auf meiner Homepage oder meinem Blog:

Katesunday.de oder katesunday-autorin.blogspot.de

Hast du Empfehlungen, die du anderen Autoren mit auf dem Weg geben möchtest?

Das Wichtigste! Niemals, niemals aufgeben. Glaube an dich. Wenn du wirklich schreiben möchtest, wenn das dein Weg ist, dann gehe ihn konsequent weiter.

Falls dir noch etwas auf dem Herzen liegt, was du schon immer mal loswerden wolltest, kannst du es jetzt gern tun.

Natürlich danke ich meinen beiden wunderbaren Verlagen, die mir die Chance geben, meine Geschichten wahr werden zu lassen.

Ebenso ein dickes Dankeschön an meine Leser und treuen Fans, die mich unterstützen und mir auch oft nette Worte zukommen lassen.  Der Kontakt zu euch ist mir sehr wichtig und spornt mich an, weiterzumachen.

 Vielen Dank, liebe Kate und an alle anderen Autoren, die ich hier interviewen durfte. Ich hoffe sehr, dass euch meine kleinen Einblicke in die Seele derAutoren gefallen haben.

Kate Sundays erster Roman: „Das Lachen des Kookaburra“ ist im Verlagshaus el Gato erschienen und als Print oder E-Book erhältlich.

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Heidrun Böhm und die Maiglöckchen

Auch unsere Autorin Heidrun Böhm hat sich bereit erklärt, mir Rede und Antwort zu stehen. Der ihr eigene trockene Humor schlägt sich in ihrem Roman „Der Duft der Maiglöckchen“ nieder.

Heidrun Böhm

Wie viele viel Bücher hast du bereits veröffentlicht?

Die letzte Anthologie unserer Autorengruppe: Mein Zeichen ist ein Feuerscheit.  Meinen Satirekrimi: Der Duft der Maiglöckchen

Wie kam es, dass du ein Buch schreiben wolltest. Kam dir ganz spontan der Gedanke oder gab es einen Auslöser?

Zuerst schrieb ich Kurzgeschichten, die in den Anthologien unserer Autorengruppe veröffentlicht wurden. Der Plan, ein eigenes Buch zu schreiben hat sich über viele Jahre entwickelt. Motiviert wurde ich dazu von meiner Mutter und meinem Bruder, die beide ebenfalls ein Buch geschrieben hatten. Da ich aber im Alltag wenig Zeit hatte, schrieb ich vorerst weiter meine Kurzgeschichten. Und so hat sich das Vorhaben verzögert.

Hast du dich dann einfach hingesetzt und losgeschrieben?

Ja, als ich mich dazu entschlossen hatte schon.

Wie viel Zeit hast du für die Vorbereitung benötigt und wie viel Zeit fürs Schreiben?

Das Manuskript in seiner „Urfassung“ war sehr schnell fertig. Ungefähr nach acht Wochen. Für die Vorbereitung habe ich einige Tage gebraucht. Allerdings hat sich die Bearbeitung des Manuskriptes dann über Jahre hinweggezogen, aufgrund persönlicher Umstände, und weil ich es mehrere Male überarbeiten musste. Es war doch nicht so perfekt, wie ich am Anfang gedacht hatte. Und natürlich auch, weil ich den passenden Verlag noch nicht gefunden hatte.

Ich habe schon oft gehört, dass Autoren berichten, dass ihre Figuren ein Eigenleben entwickeln. War das bei dir auch so?

Meine Protagonistin Barbara war zuerst nur eine kleine hilflose Person, die sich im Leben nicht zurechtfand. Doch je mehr ich über sie schrieb desto mutiger wurde sie. Ihr Mann Gernot, wurde niederträchtiger als ich es geplant hatte und Veronika, die Freundin von Barbara, die ein Verhältnis mit Gernot hatte, wurde hinterlistiger. Kommissar Berger, der den Mordanschlag auf Gernot Winter untersuchte wurde immer schussliger. Besonders liebte ich Hermine, die Altenpflegerin und Freundin von Barbara. Es hat mir viel Spaß gemacht, ihren Charakter auszuarbeiten.

Wie stark arbeitest du die Charaktere heraus?

Ich versuche, sie möglichst genau mit all ihren Eigenheiten auszuarbeiten, da sie die Handlung bestimmen und die Geschichte vorantreiben.

 Wie findest du Namen und woher holst du die Figuren?

Die Figuren hole ich aus meinem Umfeld, aus meiner Vergangenheit und aus meiner Fantasie.

Wie sehen deine Recherchearbeiten aus? Kennst du die Gegend, in der dein Roman spielt?

Ja, die Gegend kenne ich. Die Kleinstadt Schrobenheim gibt es zwar nicht, aber ich habe sie nach meinem eigenen Erleben in Kleinstädten selbst gestaltet.

Dein Buch ist fertig geschrieben und was passiert dann?

Das Manuskript lasse ich für einige Zeit liegen, damit ich einen Abstand dazu bekomme.  Dann beginnt das Überarbeiten und die Verlagssuche.

Wie fühlt es sich an, wenn du dein Werk in den Händen hältst und was tust du, um selbst bekannter zu werden? Oder überlässt du das ganz deinem Verlag?

Natürlich fühlt es sich gut an, wenn man sein Werk in den Händen hält. Ich freu mich, ich bin stolz darauf. Aber in meinem Innern sagt eine Stimme: „Du weißt, jetzt geht’s erst richtig los: Werbung im Internet machen sich nach Lesungen umsehen, Zeitungen anschreiben. Bekannten dein Buch empfehlen. Buchmessen besuchen. Du wirst stundenlang am Computer sitzen und keine Zeit für das neue Buch, das du schreibst, haben. Aber das war mir schon vor der Veröffentlichung klar. Ein kleiner Verlag alleine kann das nicht schaffen. Das sind Dinge, die ich in unserer Autorengruppe gelernt habe.

Schlummern noch weitere unveröffentlichte Manuskripte in deinen Schubladen und wenn ja, magst du uns verraten, von was die handeln?

Ja, es schlummern noch einige Manuskripte in den Schubladen, auch von unserer Autorengruppe. Von mir eine Handvoll meist satirische Kurzgeschichten und ein Roman. Er heißt: „Der Ruf der Eule.“ Vor einigen Jahren (irgendwann zwischen noch mehr Kurzgeschichten und dem Duft der Maiglöckchen) habe ich ihn geschrieben. Damals habe ich mich im Genre Heftroman versucht. Es ist eine unheimliche Geschichte mit Geistern, Liebe, Herz, Schmerz Grauen und Grusel. Eine Überarbeitung wäre nötig. Leider fehlt ihr jegliche satirische Komponente, aber das hätte nicht zum Genre gepasst.

Du hast die große Schule des Schreibens besucht. Es gibt immer mal Kritiker, die sagen, das sei alles Quatsch. Entweder man könne schreiben oder nicht. Wie siehst du das? Hat dir die Schule was gebracht? Würdest du sie noch mal absolvieren?

Vorweg: Noch einmal absolvieren würde ich sie nicht. Denn es muss viel Zeit dafür aufgewendet werden. Und wo bliebe dann die Werbung fürs Buch und das, was man gerne selbst noch schreiben mag?

Die Schule hat mir etwas gebracht, zweifellos. Einige Kurzgeschichten sind entstanden und letztendlich auch die Idee zu meinem Buch. Mein Schreibstil wurde verbessert. Besonders gerne habe ich den Teil der Belletristik gemacht. Die Kursleiterinnen waren meist nett und zugänglich. Eine Grundlage und der feste Wille zum Schreiben sollten vorhanden sein. Auch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Schule des Schreibens kaum ein Sprungbrett ist, um als Autor bekannt zu werden. Talent, Fleiß, und Durchhaltevermögen sind wichtige Grundvoraussetzungen, die man immer mitbringen muss, wenn man schreiben will.

Gibt es etwas, was du schon immer mal loswerden wolltest?

Ja, das beschreibe ich in meinem nächsten Buch. Mehr wird hier nicht verraten.

Wenn wir euch jetzt auf Milieustudien mit trockenen Witz, auf das Kampfgeschwader von Schrobenheim und einem schussligen Kommissar neugierig gemacht haben …
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Die Erschafferin von Raukland

Autorin und Verlegerin grübeln noch immer, in welchem Genre wir die Raukland Trilogie ansiedeln wollen .. vielleicht könntet ihr uns hier ja helfen?
Raukland ist kein Fantasyroman, weil ohne die klassischen fantastischen Elemente. Wohl spielt die Trilogie in einem erdachten Land zu einer erdachten Zeitepoche. Ein historischer Roman ist es auch nicht, da außer dem Fechten, nichts historisch belegt ist. Dennoch könnte der Roman im Mittelalter angesiedelt sein. Ist er also ein Pseudohistorischer Roman? Oder ein pseudofantastischer?

Ich lasse euch jetzt erst einmal grübeln, und stelle euch die Erschafferin dieser imaginären Welt vor.

Jordis Lank. Jordis Lank

Wie viele Bücher hast du bereits veröffentlicht?

Noch keins. Der erste Band der Raukland-Trilogie „Rauklands Sohn“ wird am 7. März 2013 erscheinen.

Wie kam es, dass du ein Buch schreiben wolltest? Kam dir ganz spontan der Gedanke oder gab es einen Auslöser?

Ein Buch zu schreiben war schon zu Schulzeiten mein Traum. Meine erste Erinnerung an Schreibversuche stammen aus einer Zeit, da war ich 12 und kam vom einem Ponyhof. Ich schrieb die ersten zehn Seiten einer Geschichte von einem sprechenden Schimmel mit dem Titel „Lukas, ein Pferd erzählt“. Danach fiel mir dummerweise nichts mehr ein, aber ich weiß jetzt noch, dass ich in eine schwarz-rote Kladde schrieb, die ich sicherheitshalber mit dem Hinweis „Namen und Handlung sind frei erfunden“ versah :o. Darauf folgten viele Szenen mit wiederkehrenden Charakteren, aber ohne engen Zusammenhang.

So dümpelte mein Traum vor sich hin, während ich mir – inzwischen berufstätig – erfolgreich einredete, ich hätte gar keine Zeit, einen Roman zu schreiben.

Der konkrete Auslöser war dann ausgerechnet ein Seminar meines Arbeitgebers. Die Seminarleiterin wollte uns dazu animieren, etwas völlig Neues auszuprobieren: nämlich eine Kurzgeschichte zu schreiben. Eine Stunde hatten wir Zeit, dann sollten wir das Ergebnis den Teilnehmer vorlesen. Eine Stunde? Panik! Niemals! Aber es ging tatsächlich. Ich fiel trotz Lärm und Gejammer (das eigene war das lauteste) um mich herum in eine Geschichte – und da habe ich begriffen, dass das einzige, was ich tun musste, um mir den Traum von einem eigenen Buch zu erfüllen, das war: Anfangen.

Hast du dich dann einfach hingesetzt und losgeschrieben?

Erst ja. Ich habe dann aber ziemlich schnell gemerkt, dass ich viel Zeit mit Versuch-und-Irrtum verbringe, und mich nach Schreibratgebern und Workshops umgeschaut. Die Schreibratgeber waren super, um die Grundlagen zu erlernen (bis dahin war mir nicht einmal klar gewesen, wie viel es beim Schreiben zu lernen gibt!). Sich selbst und seinen Stil beim Schreiben zu finden, geht meiner Meinung nach aber nicht aus Büchern, sondern nur durch schreiben, schreiben und noch viel mehr schreiben.

Am wertvollsten war die Textkritik aus den Workshops. Die hat dafür gesorgt, dass meine erste Version im elektronischen Himmel verschwand (zum Glück!). Auch danach habe ich den Text noch dutzende Male komplett überarbeitet, bis ich ihn schließlich einer Agentur angeboten habe – und es hat geklappt!

Wie viel Zeit hast du für die Vorbereitung benötigt und wie viel Zeit fürs Schreiben?

Vorbereitung und Schreiben vermischen sich bei mir. Ich lerne meine Figuren beim Schreiben kennen, indem ich Szenen aus ihrer Perspektive schreibe. Dabei ergeben sich nicht nur deren Eigenheiten, sondern auch weitere Plotfäden und Konflikte.

Wenn ich das genaue Ende des Buches weiß, lösche ich die geschriebenen Szenen und beginne mit dem eigentlichen Text. Der detaillierte Plot ergibt sich dann in mehreren Zyklen. Wobei ich beim dritten Band der Raukland-Trilogie einen komplett ausgearbeiteten Kapitelplan hatte, bevor ich das erste Wort geschrieben habe. Ich bin immer noch dabei herauszufinden, wie ich am besten arbeiten kann.

Ich habe schon oft gehört, dass Autoren berichten, dass ihre Figuren ein Eigenleben entwickeln. War das bei dir auch so?

Ja! Und ich liebe es! Ganz zu Beginn sind die Charaktere noch formbar und ich kann bestimmen, ob sie gerne früh aufstehen, Morgenmuffel sind oder Angst vor Fledermäusen haben und warum. Aber wenn ich mich genügend mit ihnen beschäftigt habe, dann gibt es diesen einen magischen Moment: ab da verselbständigen sie sich, und es fühlt sich an, als ob sie tatsächlich existieren. Ich kann ihnen dann zwar Hindernisse in den Weg legen, aber wie sie damit umgehen, entscheidet die Figur selbst – jedenfalls fühlt es sich so an ;). Und wenn meinen Figuren der Plot nicht gefällt, werden sie auch schon mal bockig und zwingen ihre Autorin eine Szene komplett umzuschreiben.

Wie stark arbeitest du die Charaktere heraus? Wie findest du Namen und woher holst du die Figuren?

Meine Geschichten sind voller Abenteuer, aber die Hauptrolle spielen immer die Figuren und wie ihre Begegnungen und Erlebnisse sie verändern. Für mich sind sie das Allerwichtigste und ich hoffe, dass sie nicht nur für mich, sondern auch für meine Leser lebendig werden.

Mit der Namenssuche kann ich Stunden verbringen. Zum Glück gibt es tolle Seiten, die auf nordische Namen spezialisiert sind, aber viele Namen entstehen auch durch Buchstabenschieben auf meinem Zettel. Ich könnte auch nie einen Namen ändern, ohne gleichzeitig die Figur zu verändern. Wie Eltern Namen für ihren Nachwuchs erdenken können, bevor sie das Baby gesehen haben, ist mir völlig schleierhaft. Was, wenn Benjamin gar nicht wie Benjamin aussieht? 😮

Wie sehen deine Recherchearbeiten aus? Kennst du die Gegend, in der dein Roman spielt?

Ich liebe es zu recherchieren. Ich war in Wien, um mir z.B. die Rüstkammer anzusehen, habe dutzende Burgen und Museen besichtigt, sowie unzählige Mails mit Institutionen und Experten ausgetauscht. Die Welle der Hilfsbereitschaft, die auf den Satz „Ich recherchiere für einen Roman“ folgt, berührt mich immer wieder aufs Neue. So viele Menschen haben mir großzügig ihre Zeit und ihr Wissen geschenkt und manche begleiten mich durch alle Bände.

Im Buch erlernt Liam von Ronan beispielsweise das Fechten mit dem langen Schwert. Die Art und Weise wie Ronan ficht, und wie er es vermittelt, ist direkt aus den historischen Aufzeichnungen mittelalterlicher Fechtmeister recherchiert. Nichts davon ist ausgedacht – alles steht genauso in fünfhundert Jahre alten Manuskripten. Das konnte ich natürlich nicht allein recherchieren, sondern hatte sehr viel Hilfe von Herbert Schmidt, Experte für Historischen Europäischen Schwertkampf, der die historischen Quellen analysiert und die damaligen Fechtkünste erneut zum Leben erweckt. Ich habe ihn in Österreich besucht und durfte auch selbst mit dem Langschwert fechten – ein unvergessliches Erlebnis! Wenn Ihr mal gucken wollt, hier ist ein Bild aus einem uralten Fechtbuch aus dem Jahre 1470: Codex Wallerstein .

Die Gegend, in der mein Roman spielt, kenne ich natürlich nur in der heutigen Zeit, aber meine Islandreisen haben sich ganz eindeutig in der rauen, nordischen Landschaft in „Rauklands Sohn“ niedergeschlagen.

Dein Buch ist fertig geschrieben und was passiert dann?

Wenn ich selbst mit dem Text zufrieden bin, geht er erst an meine Experten, um sicherzustellen, dass ich trotz Recherche und Socken-von-den-Füßen-Fragen nicht doch noch was verbockt habe. Danach geht das Buch an meine treuen Testleser. Das ist eine spannende Zeit, denn es gibt immer wieder Szenen, die beim Leser anders ankommen als ich es beabsichtigt hatte. Wenn nötig, arbeite ich um und dreh noch eine Testleser-Runde. Danach geht das Buch zu meiner Agentin und findet hoffentlich auch dort Anklang.

Ich weiß, dass du mit einer Literaturagentur zusammenarbeitest. Kannst du Autoren den Schritt über eine Agentur, gleich welcher, empfehlen oder ist es nicht besser, selbst als Autor einen Verlag zu finden?

Ich habe mir von vorne herein eine Agentur gesucht, die mich vertritt. Meine wunderbare Agentin Anna Mechler von der Literaturagentur Lesen und Hören hat den Buchmarkt viel besser im Blick als ich, und steht mir bei allen Fragen zur Seite. Mir bleibt damit mehr Zeit für das, was ich am allerliebsten tue: Schreiben. Ich kann jedem Erstautor nur empfehlen eine Agentur zu suchen.

Werden dich Leser auf der Leipziger Buchmesse treffen?

Ja, ich werde Samstag, den 16.März, den gesamten Tag und Sonntag, den 17.März, am Vormittag am Verlagsstand sein, meine Bücher signieren und auch vorlesen.

Gibt es noch etwas, was du schon immer mal loswerden wolltest?

Wenn ich erzähle, dass ich ein Buch geschrieben habe, höre ich oftmals ein sehnsuchtsvolles Seufzen und den Satz: „Das wollte ich schon immer mal machen!“, gefolgt von einem, „Aber …“. Ich habe selbst massenhaft Abers gedacht, bevor ich endlich ernsthaft anfing zu schreiben, und dabei so viel verpasst: All die Welten, in die ich hätte eintauchen können! All die Figuren, die ich hätte kennenlernen können!

Was ich loswerden möchte: Wenn Ihr den Wunsch zu Schreiben in Euch spürt – dann tut es. Nicht wegen einer möglichen Veröffentlichung oder um reich und berühmt zu werden (letzteres passiert ohnehin nur den Allerwenigsten), sondern wegen dem Schreiben selbst. Schreiben ist ein viel intensiveres Erlebnis als das Lesen. Manchmal verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit und das Schreiben ist wie ein Rausch – ein einzigartiges, großartiges Gefühl, das süchtig macht. Vielleicht wollt Ihr es ja mal ausprobieren?

www.jordis-lank.de
Die Autorin auf Facebook

Fanpage der Raukland Trilogie

Rauklands Sohn noch bis zum 7.März zum Vorzugspreis von 10 Euro vorbestellen – erstmalig Buch und E-Book in einem Stück.
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Stephanie Urbat-Jarren und ihr Valentinsgeschenk für euch

 

Heute habe ich eine besondere Autorin für euch mitgebraucht. Stephanie Urbat Jarren. Wieso sie so besonders ist?

Stephanie Urbat Jarren

Lest selbst:

Wie viel Bücher hast du bereits veröffentlicht?

Nach Kabischubi und die Herzsteine, Die Geschichte vom kleinen Glück und Winterwunderzauber kommt im März mein viertes Buch in den Handel „Seelenband – Die Geschichte einer Geliebten zwischen Herz und Verstand.

Wie kam es, dass du ein Buch schreiben wolltest. Kam dir ganz spontan der Gedanke oder gab es einen Auslöser?

Ich habe schon immer Geschichten geschrieben, als dann mein erstes Buch raus kam, war mein Umfeld wenig überrascht – sie hatten schon viel früher damit gerechnet.

Hast du dich dann einfach hingesetzt und losgeschrieben?

Ja, ich habe von einem Moment zum anderen eine Geschichte von Anfang bis Ende im Kopf. Da bleibt sie eine Zeit. Sie wächst und irgendwann kommt der Moment, an dem ich denke, ich platze, wenn ich sie jetzt nicht schreibe. Dann schreibe ich los, bis ich fertig bin. Ich bin dann auch nicht in der Lage aufzuhören. 3-4 Stunden schlafen, dann weiter, bis der letzte Punkt gesetzt ist.

Ich habe schon oft gehört, dass Autoren berichten, dass ihre Figuren ein Eigenleben entwickeln. War das bei dir auch so?

Bei Kabischubi war das so. Er war sehr präsent. Ich habe wie er gedacht und teilweise auch wie er geredet. Er war und ist wichtiger Bestandteil in meinem Leben.

Gibst du in deinen Büchern viel von dir persönlich preis oder lebst du rein in der Fantasie?

Das ist unterschiedlich. Bei Kabischubi schon. Das Buch behandelt wichtige Themen. Es geht um Trennung der Eltern, Angststörung und Depressionen und darum, wie man Kindern erklärt, dass ein Elternteil für längere Zeit ins Krankenhaus muss und um Liebe. Ich denke so ein Buch kann man nur schreiben, wenn man dieses selber erlebt hat, so wie ich, als ich nach meinem Autounfall eine Posttraumatische Belastungsstörung erlitt und danach für mehrere Wochen wegen Panikattacken in eine Klinik musste.

Das „Kleine Glück“ und „Winterwunderzauber“ sind Geschichten – Märchen für Kinder aber auch für Erwachsene.

Seelenband ist nach vielen Interviews und Gesprächen mit Frauen, die eine „Geliebte“ sind, entstanden. Natürlich spielen aber auch hier eigene Erlebnisse mit hinein.

Deine Bücher handeln ja eher vom Seelenleben eines Menschen. Recherchierst du auch? Wie gelangst du an Material für deine Geschichten?

Ich war schon immer eine Philosophin. Ich muss Dinge verstehen, zusammenhänge ergründen, in die Tiefe gehen. Ich bin in meinem Leben an viele Grenzen gestoßen, habe viele Dinge erlebt, von denen ich hoffe, dass andere davon verschont bleiben und ich habe einen schwerkranken Sohn. Das alles lässt einen die wesentlichen Dinge im Leben erkennen. Ich rege mich nicht mehr darüber auf, ob ich 5 Minuten länger an der Kasse stehe, oder ob mein Nachbar auch wirklich den Rasen gemäht hat. Das Leben ist zu wertvoll, um es mit Nichtigkeiten zu vergeuden. Das versuche ich in meinen Büchern zu vermitteln. Keiner muss unglücklich sein, ganz egal wie schwierig die Umstände manchmal erscheinen.

Dein Buch ist fertig geschrieben und was passiert dann?

Ich hatte das seltene Glück keine 1000 Verlage anschreiben zu müssen. Meine Geschichten wurden gefunden und verlegt. Ich vertraue meinem Schicksal blind und anscheinend mag es, wenn man ihm vertraut. Ich werde weiterhin annehmen, was es mir schenkt.

Wie fühlt es sich an, wenn du dein Werk in den Händen hältst und was tust du, um selbst bekannter zu werden? Oder überlässt du das ganz deinem Verlag?

Es ist ein wundervolles Gefühl. Gerade letzte Woche habe ich Kabischubi zufällig in einer Bücherei entdeckt. Da stand es zwischen all den namenhaften Autoren. Ich habe es immer wieder aus dem Regal genommen und ernsthaft überlegt, es auszuleihen.

Natürlich nutze ich das Sozial Network, um auf meine Bücher aufmerksam zu machen. Genauso Buchmessen, persönliche Kontakte und mehr. Kleine Verlage können nicht das gesamte Marketing alleine schaffen.

Wie viel liegt dir an der Meinung deiner Leser?

Ich schreibe für meine Leser und hoffe ihnen Mut zu geben, sie zum Lächeln zu bringen und auch Ängste zu nehmen. Ich habe mit vielen Lesern Kontakt und freue mich darüber.

Das wichtigste, was ich lernen durfte ist, dass jeder Mensch alles schaffen kann, wenn man nur an sich glaubt.

Stephanie, du hast uns ein ganz besonderes Geschenk mitgebracht …

Valentinstaggeschenk

Ja, mein Valentinsgeschenk. Am 14.Februar wird das E-Book von  Kabischubi und die Herzsteine in allen teilnehmenden Shops den ganzen Tag lang, kostenlos zum Download angeboten.

Wieso gerade Kabischubi?

Kabischubi und die Herzsteine widmet sich im Kapitel Kabischubi und die Liebe genau diesem Thema. Ein passenderes könnte es doch zum Tag der Verliebten nicht geben, oder? Ich wünsche mir, dass viele Menschen, diese Gelegenheit nutzen und sich Kabischubi in ihr Haus und ihr Herz holen.

Ja, das wünschen wir auch. Kabischubi und die Herzsteine

Kabischubi und die Herzsteine auf Facebook

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Stephanie Urbat Jarren auf Xing

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Autoren fragen – Verlegerin antwortet

Endlich Wochenende! Freut ihr euch auch schon so wie ich auf die freien Tage? Obwohl … ein bisserl Arbeit wartet noch, aber das geht fix.

Ich hab euch gestern angeboten, dass ihr mich ausquetschen dürft, und ihr habt das Angebot reichlich genutzt. Mehrfachfragen, habe ich zusammengefasst.

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Für euch die wichtigste Frage war:

Wie viel Manuskripte bekommst du am Tag/im Monat?

Noch sind wir nicht so groß, dass die Manuskripte in der Mehrzahl am Tag eintrudeln. Aber pro Monat sind es in etwa zwischen 10 – 15 Angebote.

Wie wählst du aus der Flut aus? Wie lange brauchst du, um zu entscheiden, ob ein Manuskript gut ist?

In der Regel senden mir die Autoren ja eine Leseprobe und das Exposé. Wenn mich das Thema interessiert, fordere ich das Gesamtmanuskript an. Das geschieht jedoch leider nur bei wenigen. Mich interessiert zuerst, ob der Autor die deutsche Sprache beherrscht, ob sein Konzept schlüssig ist, ob das Genre zum Verlag passt. Letztendlich frage ich mich, ob das Buch eine Chance auf dem Buchmarkt hat. Überlege, wie ich es vermarkten könnte. Wenn ich mir nicht sicher bin, frage ich auch schon mal bei Kollegen nach.

Musst du dafür das gesamte MS durchlesen?

Ja. Wenn ich das Gesamt-MS angefordert habe, lese ich es von Anfang bis Ende und mache mir dabei Notizen. Bekommt der Autor doch eine Absage, kann ich ihm gleich Hinweise mit auf den Weg geben, warum ich ihn nicht angenommen habe. Viele haben sich dafür bei mir bedankt und können so ihr MS überarbeiten.

Ist dir lieber, wenn der Autor über eine Agentur kommt?

Ich arbeite gern mit Literaturagenturen zusammen, bürgen sie ja für eine gewisse Qualität. Natürlich muss ich auch hier alles lesen, aber ich weiß zumindest, dass die Einsendung schon einmal von fachkundiger Seite auf Markttauglichkeit angeschaut wurde.

Warum hast du einen Verlag gegründet?

Ja, die Frage nach dem Warum, ist manchmal etwas schwieriger zu beantworten. Ich könnte jetzt pathetische Formulierungen wählen, von wegen: weil ich unbekannten Autoren eine Chance geben wollte, weil ich Bücher liebe, weil ich nach der Trennung von meiner Partnerin nicht aufgeben wollte … Aber das träfe es nur zum Teil. Auf jeden Fall ist von Jedem etwas dabei. Aber die Wahrheit ist, dass ich mich in Spanien oft nicht ausgefüllt gefühlt habe. Irgendwie war ich immer auf der Suche nach der Sache, der ich mein Herz schenken kann. Das Fernstudium war fertig und dann war da so ein Loch. Bumm. Als dann der Zufall das Thema: „eigener Verlag“ ins Gespräch brachte, wusste ich von der ersten Sekunde an: Das ist es! Anfangs war ich mir nicht bewusst, wie viel Arbeit hier drin steckt. Außenstehende sehen ja auch nur einen kleinen Bruchteil von dem, was im Hintergrund läuft. Mich ärgert nur, dass ich nicht eher einen Verlag gegründet habe, und so viele Jahre meines Lebens mit anderen Dingen verbracht habe.

Wir sehen immer nur dich in Facebook. Wie viel Leute arbeiten im Verlag?

Derzeit wirbeln im Hintergrund zwei Praktikantinnen und meine liebe Claudia im Lektorat. Wir arbeiten mit zwei Grafikagenturen, die wir einsetzen, wenn ein Cover oder andere grafischen Dinge anliegen. Dann arbeiten wir mit einer Presseagentur zusammen, die für uns die Pressemeldungen an Zeitungen, TV und Radioformate schickt. Ab März stößt eine weitere Mitarbeiterin zu uns, die sich ausschließlich um Social Medien und unsere Leserunden auf Lovelybooks kümmert. Das Verpacken, Aussenden und Fakturieren hat seit etwas über einem Jahr Runge inne. So muss ich mir keine Gedanken ums Rechnungen schreiben machen und ob die Bücher auch ordentlich verpackt sind. Meine Wenigkeit sitzt ebenfalls im Lektorat und telefoniert den Rest des Tages, um Buchhandlungen auf unsere tollen Bücher aufmerksam zu machen. (hab ich wen vergessen?)

Ich weiss, du hast ein Buch veröffentlicht. Vermisst du das schreiben, schreibst du noch?

Ich schreibe doch den ganzen Tag :0) Ja, ich vermisse das intensive Arbeiten an meinem Buch schon, was ich derzeit nur am Wochenende schaffe. Aber Stück für Stück wächst die Story und … ach lasst euch einfach überraschen. Vielleicht lade ich dich dann, wenn es fertig ist,  als Testleser ein.

Müssen Autoren  bei dir etwas bezahlen, wenn sie ihr Buch veröffentlichen möchten?

Nein!

Wie finanziert sich der Verlag, wenn du keine Gelder nimmst?

Noch ist der Verlag klein, trägt sich nicht hundertprozentig selbst und wir schießen nicht selten privat Geld zu. Der Vorteil ist aber, dass alles selbst finanziert ist, der Verlag auf absolut soliden Beinen steht und unsere Vorjahresbilanz sogar ganz gut aussah.

Was liebst du am meisten an Deiner Arbeit?

Puh, da muss ich überlegen. Es sind so viele Facetten. Ich mag die enge Zusammenarbeit und Kommunikation mit euch Autoren. Ich mag es, ein Buch entstehen zu sehen. Ich mag es, wenn wir aus einer kleinen Grundidee ein tolles Cover gezaubert haben. Und ich kann arbeiten, wo immer es Internet gibt. Durch den anstrengenden Job meines Mannes, ziehen wir halt durch die Welt und ich kann überall arbeiten, wo immer es eine Internetleitung gibt.

Was magst du nicht?

Die monatliche Steuerabrechnung. Aber sie muss halt auch sein. Augen zu und durch.

Stellst du auch auf der Buchmesse aus und wenn ja, wo?

Jaaa … wir stellen aus. Auf der Leipziger Buchmesse vom 14-17.März 2013 findet ihr uns in der Kinder-und Jugendbuchhalle 2 Stand L 104.

Warum präsentierst du den Verlag auf der Buchmesse?

Hast du diese Frage jetzt ernst gemeint? Die Buchmesse ist die Schnittstelle zwischen virtueller und realer Welt. Sie dient dem sich Treffen, Kennenlernen, der Kommunikation, dem Lernen, dem Vorstellen … hach Buchmessen sind einfach toll. Für einige wenige Tage treten Autoren und Verlag gemeinsam auf, wir können quatschen, fachsimpeln, wir treffen uns mit Buchbloggern, Lesern, Kollegen. Letztendlich ist sie die ideale Plattform unsere Bücher der Öffentlichkeit zu präsentieren. Im vergangenen Jahr kam ein deutscher Buchbinder an unseren Stand und kontrollierte, wie unsere Bücher produziert waren. Ich wette, er hat nur nach einer Gelegeheit gesucht, so nach dem Motto: Kleiner Verlag, das kann ja keine gute Qualität sein. Er hat ein Buch in der Hand gehalten, das zweite Buch. Aufgeschlagen, Papier gefühlt, Klebung angeschaut, Deckel angeschaut, Klappen auf und zu … Dann meinte er: „Gute Arbeit, gibt nix zu meckern, wo lasst ihr denn drucken?“ Genau deswegen stelle ich aus.

Ich wäre schon dumm, wenn ich mir diese wertvolle Gelegenheit entgehen ließe.

Puh, das war jetzt eine ganze Menge. Ich hoffe, ich habe keine Frage vergessen. Am  Montag stelle ich euch Thomas Löffler vor. Bis dahin wünsche ich euch ein geruhsames oder für die Rheinländer wohl eher ein lustiges Wochenende.
Herzlichst eure Andrea el Gato

Geschrieben am

weil heute Montag ist …

gibt es heute ein Autoreninterview mit Claudia Schwarz

Claudia Schwarz

Wie kam es, dass du ein Buch schreiben wolltest. Kam dir ganz spontan der Gedanke oder gab es einen Auslöser?

Ich schreibe bereits seit meiner Kindheit, habe selber unglaublich viele Bücher verschlungen. In meiner Phantasie nahm alles Gestalt an, und es kamen immer jede Menge eigene Ideen dazu. Irgendwann habe ich damit begonnen, sie aufzuschreiben. Besonders fasziniert war ich damals von Gestalten wie Robin Hood, Rittern und Burgen und dem damit verbundenen Mittelalter sowie auch von Piraten und dem abenteuerlichen Treiben um sie herum.

Als ich erwachsen wurde, beschäftigten mich dann andere Dinge weit mehr. Ich heiratete, gründete eine Famile, und es fehlte mir die Zeit. Vor einigen Jahren habe ich meine Leidenschaft dann wieder neu entdeckt und möchte sie nie wieder missen, denn das Schreiben ist ein wichtiger Bestandteil meines Leben.

Hast du dich dann einfach hingesetzt und losgeschrieben?

Nachdem ich das Schreiben wieder aufgenommen hatte, habe ich mich hingesetzt und getippt, wann immer die Zeit es zuließ. Damals waren meine Kinder noch klein, so dass es meist am Abend geschah. In mir schlummerten derart viele Ideen und Phantasien, dass es einfach so aus mir herauszufließen schien.

Wie viel Zeit hast du für die Vorbereitung benötigt und wie viel Zeit fürs Schreiben?

Vorbereitet  im eigentlichen Sinne bin ich so gut wie nie. Ich fange mit einer Grundidee an. Dann schreibe und schreibe ich  und vergesse dabei die Zeit. Wenn ich mich an den Tisch setze, weiß ich nur selten, was den Figuren an diesem Tag in meiner Geschichte passieren wird.

Ich sitze zumeist morgens am PC und phantasiere dann ca. 4-5 Stunden. Danach wird es schwieriger, da meine Familie Aufmerksamkeit fordert. Dennoch setze ich mich immer wieder an die Geschichte und versuche, den ein oder anderen Satz zu formulieren. Am Abend lese ich mir abschließend noch einmal das durch, was ich am Tag geschafft habe und korrigiere es.

Ich habe schon oft gehört, dass Autoren berichten, dass ihre Figuren ein Eigenleben entwickeln. War das bei dir auch so?

Eigenleben ist gut!! Meine Figuren existieren! Definitiv! Das glaubt Ihr nicht? Dann muss ich Euch hiermit eines besseren belehren. Manchmal reagieren sie im Laufe einer Szene völlig anders, als ich das geplant hatte, und sie können ganz schön dickköpfig sein. Dann sitze ich, die ja eigentlich die Fäden in der Hand hält, kopfschüttelnd vor dem Geschehen, und man hört mich schon mal seufzen: „Brendan, Brendan – was hast du dir bloß dabei gedacht?“

Ja, so ist das mit dem Eigenleben von Figuren …

Wie stark arbeitest du die Charaktere heraus? Wie findest du Namen und woher holst du die Figuren?

 Natürlich kreiert man zunächst seine einzelnen Protagonisten und Antagonisten. Oft kommen später jedoch überraschend noch weitere Charaktere dazu (so viel wieder zum Eigenleben der Figuren – sie „schleichen“ sich klammheimlich ins Geschehen … tststs).

Namensuche ist immerso eine Sache. Es ist mir natürlich wichtig, dass sie klangvoll sind. Vor- und Nachname sollten zueinander passen, und wenn es mich richtig packt, dann verbindet meine Figur etwas mit ihrem Namen (z.B. der meiner derzeitigen rothaarigen Protagonistin „Sionnach“, deren Name die Bedeutung „Fuchs“ besitzt ). Natürlich stellt man sich anfangs vor, wie die Figuren aussehen und ob sie bestimmte Eigenschaften besitzen, doch so richtig wachsen die einzelnen Charaktere erst mit der Geschichte.

Woher ich die Figuren „hole“? Hmm … gute Frage. Ich lasse mich gern von meiner Umgebung inspirieren, aber auch durch Schauspieler, die ich als besonders passend in der Rolle einer meiner Figuren empfinde. Und wer weiß, vielleicht wird er oder sie ja tatsächlich einmal in einem Film den Charakter aus einer meiner Geschichten darstellen! ;o))

Soll ich Euch so nebenbei mal ein kleines Geheimnis verraten? Nicht selten verliebe ich mich sogar ein bisschen in eine meiner Figuren. Auch wenn es jetzt ein wenig verrückt klingen mag – einmal gab es ein Manuskript, in dessen von mir geschaffene Welt ich während des Schreibens am liebsten hineingekrochen wäre, um meinen „Helden“ hautnah begleiten zu können …

Wie sehen deine Recherchearbeiten aus? Kennst du die Gegend, in der dein Roman spielt?

Die Recherche nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Ich arbeite überwiegend mithilfe des Internets, da sich dort ein großer Teil der Informationen sammeln lässt, die ich benötige. Sollte ich doch einmal etwas nicht herausfinden, wende ich mich an meinen Mann ( er ist ausgesprochen klug! ) oder frage Freunde, von denen ich mir aufgrund ihres Wissens Hilfe erhoffe. Auch wissenschaftliche und historische Sendungen im Fernsehen haben sich schon als sehr aufschlussreich erwiesen. Außerdem besuche ich viele historische Orte und präge mir das Gesehene ein, indem ich für eine kurze Weile meine Welt verlasse und das „Tor zur Vergangenheit“ durchschreite. Abgedreht, denkt Ihr? Vielleicht. Aber indem ich mich und meine Phantasie emotional auf eine längst vergangene Zeit einlasse, empfinde ich, begreife ich, formen sich lebendige Ideen in meinem Kopf.

Da ich mich zurzeit im Genre „Historischer Roman“ bewege, gehe ich ausgesprochen akribisch vor und versuche, mich so genau wie möglich an den damaligen Gegebenheiten zu orientieren. Da kann es schon mal vorkommen, dass ich mich den gesamten Nachmittag lang im Internet vertiefe, um eine Kleinigkeit herauszufinden. Oder ich lege mein Ohr an die verwitterte Mauer einer alten Burg und „lausche“ der Geschichte, die sie erzählt. Das ist vermutlich auch die Ursache, warum es manchmal recht langsam mit dem Manuskript vorangeht. Jedoch ist es mir wichtiger, historisch korrekt zu schreiben als schnell fertig zu werden.

Ich lege viel Wert darauf, authentisch zu sein. Darum besuche ich – sofern sich mir die Chance bietet – stets die Handlungsorte meiner Geschichten. Wenn meine Leser später den Eindruck haben, den tannennadelnbedeckten Waldboden unter den nackten Fußsohlen zu spüren, den Duft reifer Heidelbeeren zu riechen und während des Lesens zusammen mit ihrem Held schaudernd ihre Hände in die eiskalte Flut eines schottischen Gebirgsbachs tauchen, dann hat sich jede Reise gelohnt, denn ich habe ihre Sinne berührt.

Dein Buch ist fertig geschrieben und was passiert dann?

Sobald ich den letzten Satz einer Geschichte geschrieben habe, fühle ich mich zunächst unglaublich erleichtert.

Auch wenn es bei Außenstehenden oft auf wenig Verständnis stößt – es bedeutet durchaus ein hartes Stück Arbeit, jeden Tag „so ein paar läppische Seiten zu Papier zu bringen“, ganz zu schweigen von dem Druck, Termine einhalten zu müssen.

Die nächsten zwei Tage lehne ich mich dann erstmal entspannt zurück und genieße das Nichtstun. Dann geht es nochmal ran ans fertige Manuskript, um es einmal komplett durchzulesen und etwaige Fehler auszubessern. Anschließend wird es ans Lektorat weitergereicht, und es heißt Warten. Spätestens am dritten Tag überfällt mich die Sehnsucht nach meinen Figuren, und ich wünsche sie mir zurück. Es ist beinahe so, als ob man sein Kind allein in die Gefahren der großen weiten Welt entlassen hat und sich danach sehnt, es wieder in den Armen zu halten. Schließlich kehrt es zu einem zurück und man hofft, dass es sich während seiner „Reise“ ins Lektorat nicht allzu sehr verändert hat.

Doch wie Kinder müssen auch Manuskripte heranreifen und benötigen Feinschliff. Also geht es ans Überarbeiten, was bedeutet: Lesen und korrigieren, bis die Augen tränen. Erst wenn alle Beteiligten zufrieden sind, erhält mein „Baby“ seinen Segen und darf seinen Weg in die harte, literarische Welt antreten.

Ich weiß, dass du mit einer Literaturagentur zusammenarbeitest. Kannst du Autoren den Schritt über eine Agentur, gleich welcher, empfehlen oder ist es nicht besser, selbst als Autor einen Verlag zu finden?

Als mich der Wunsch überkam, der Welt meine literarischen Ergüsse zu präsentieren, habe ich mich zunächst voller Enthusiasmus selbst an Verlage gewandt, in der naiven Hoffnung, man habe nur auf mich gewartet. Böööse Falle!

Als unbekannter Autor kann man eine schimmernde Perle sein. Wenn das Manuskript das Glück erfährt, durch unaufgefordertes Einsenden auf dem Schreibtisch eines Lektorats zu landen, ist die Wahrscheinlichkeit trotzdem sehr groß, dass man ungelesen in den Papierkorb wandert und man – sofern man einen guten Tag erwischt hat – die freundliche, aber routinierte Massen-Absage eines dort arbeitenden Praktikanten erhält.

Wenn man sich sowohl Frust als auch ein am Boden liegendes Selbstwertgefühl ersparen möchte, kann ich jedem Autor, der mehr als nur ein Buch schreiben möchte, nur wärmstens empfehlen, sich mit seinen Ideen an eine Literaturagentur zu wenden. Ein guter Agent betreut seinen Autor in allen Dingen rund um das Projekt  Buch und bietet sogar in „Notfällen“ wie beispielsweise emotionalen Ausbrüchen schon mal seine tröstende Schulter an ( sofern man sich einem guten Agenten anvertraut hat, was in meinem Falle absolut zutrifft! ) .

Agenten kommen nicht selten selbst aus dem Verlagswesen und bringen sowohl Erfahrung als auch Kontakte mit, die einem als Autor, insbesondere einem Newcomer,  zumeist fehlen. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil besteht darin, dass die Agentur dem Autor den Rücken freihält, sich im Hintergrund kümmert, Telefonate und Schriftverkehr mit den Verlagen übernimmt und dem Autor einiges an Arbeit erspart, damit dieser sich dem widmen kann, was er beherrscht: Dem Schreiben.

Das war es. Falls dir noch etwas auf dem Herzen liegt, was du schon immer mal loswerden wolltest, kannst du es jetzt gern tun.

Sooo … ich hoffe, ich konnte Euch einen kleinen Einblick in mein Schreibtischtäter-Dasein ermöglichen und wünsche mir, dass ich Euch auch in Zukunft gaaaanz viele gefühlvolle und unterhaltsame Stunden bieten kann und Ihr Euch für eine Weile in die Welt meiner Phantasie entführen lasst. Ich bin dann jetzt mal weg – Brotteig kneten, Hühner füttern, Wasser holen, Strümpfe stopfen, den Burghof fegen, mein Pferd satteln…*leisevormichhinmurmel*

Wenn ihr Sionnach und Brendan, die beiden schottischen Helden näher kennenlernen möchtet, dann lest Hochlandfuchs von Claudia Schwarz. Derzeit arbeitet sie an der Fortsetzung, die, so viel kann ich schon verraten, absolut spannend und romantisch zugleich wird. Hochlandfuchs_nur front

Claudia Schwarz auf Facebook
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Autoreninterview Katrin Koppold

Heute möchte ich euch eine sogenannte Indie Autorin – Katrin Koppold – vorstellen. Indie sind die Autoren, die ihre Bücher selbst und ohne Verlag veröffentlichen.  Ich bin in Genuss ihres Buches gekommen und werde demnächst dazu auch eine Rezension schreiben. Aber hier erst einmal das Interview … ungekürzt

Katrin Koppold

Wie kam es, dass du ein Buch schreiben wolltest. Kam dir ganz spontan der Gedanke oder gab es einen Auslöser?

Es gab einen konkreten Auslöser. Ich war ein paar Monate nach der Geburt meines zweiten Kindes krank und lag im Bett. An einem Tag habe ich einen kompletten Roman gelesen. Er hieß „Im Moor des Vergessens“ und die schottische Bestseller-Autorin Val Mc Dermitt hat ihn geschrieben. „Das will ich auch!“, habe ich gedacht. Und da ich eine Frau der schnellen Entschlüsse bin, habe ich sofort Papier und Stift herausgekramt und mich für ein Fernstudium an der Schule des Schreibens mit Schwerpunkt Belletristik angemeldet und parallel dazu an meinem Roman, einem Hunsrückkrimi, gearbeitet.

Hast du dich dann einfach hingesetzt und losgeschrieben?

Ja, ohne jegliches Konzept, nur mit einer Idee für die Hauptfiguren, den Mörder und den Anfang der Geschichte. Eine Briefträgerin wird tot auf einer abgeschlossenen Burgruine gefunden, in ihrem Mund ein Fetzen aus der Bildzeitung, der einen Hinweis auf den Mörder geben wird.

Nachdem ich 100 Seiten geschrieben habe, wusste ich immer noch nicht, wohin mich meine Handlung führen wird. Ich habe dann abgebrochen, da mir die Qualität meines literarischen Schaffens auf einmal recht zweifelhaft erschien und einen Kurs bei dem Schriftsteller Rainer Wekwerth gebucht. Er hat das Konzept für „Aussicht auf Sternschnuppen“ mit mir erarbeitet und später auch das vom Nachfolger „Zeit für Eisblumen“. Man müsste mir schon sehr viel Geld bieten, damit ich den Hunsrück-Krimi doch noch veröffentliche.

Wie viel Zeit hast du für die Vorbereitung benötigt und wie viel Zeit fürs Schreiben?

Momentan arbeite ich an dem dritten Roman rund um die Familie Baum und Gedanken über die Handlung mache ich mir bestimmt schon seit letztem Frühjahr.  Jetzt fange ich konkret an, meine  Ideen zu einem Handlungsgerüst auszuarbeiten. Einen Monat dauert das bestimmt. Für die beiden anderen Konzepte habe ich zwei Monate gebraucht, da ich sie in acht bzw. beim zweiten in zehn Lektionen, die Rainer mir gestellt hat, erarbeitet habe. Die anschließende Schreibphase bei „Aussicht auf Sternschnuppen“ lag dann bei einem Dreivierteljahr, die für „Zeit für Eisblumen“ sogar bei über einem Jahr. Ich arbeite allerdings auch recht langsam, da ich zwei kleine Kinder habe und hauptberuflich Deutsch- und Sportlehrerin bin.

Ich habe schon oft gehört, dass Autoren berichten, dass ihre Figuren ein Eigenleben entwickeln. War das bei dir auch so?

Es hört sich jetzt bestimmt langweilig an, aber ich muss gestehen, nein. Ich habe meist vorher schon ein klares Bild vor Augen und ich arbeite die Figur so gründlich aus, dass danach nichts mehr wirklich Überraschendes passiert. Ich lasse mich aber während des gesamten Schreibprozesses immer wieder von anderen Menschen und Erlebnissen inspirieren, so dass ich sie zumindest immer wieder ergänze.

Wie stark arbeitest du die Charaktere heraus? Wie findest du Namen und woher holst du die Figuren?

Die Grundidee der Figuren hole ich aus meinem Umfeld oder aus dem Fernsehen. Bei meinem Nils, der Hauptfigur von „Aussicht auf Sternschnuppen“ hatte ich zum Beispiel die ganze Zeit Florian David Fitz  vor Augen, bei einer Nebenfigur aus „Zeit für Eisblumen“ einen Jungen, in den ich mit neunzehn unsterblich verliebt war, mit dem ich aber nie zusammengekommen bin. Aber natürlich übernehme ich solche Charaktere nie vollständig, das wäre ja langweilig und würde wahrscheinlich auch nicht besonders gut bei den betroffenen Personen ankommen. Im dritten Buch wird zum Beispiel ein Kollege die Hauptrolle spielen. Zunächst war er ein wenig irritiert, als ich ihn um Erlaubnis gebeten habe, mir sein Aussehen und seinen Oldtimer für den Roman zu leihen, aber dann meinte er, eigentlich sei es ja eine große Ehre. Und da ich nicht in ihn hineinschauen kann, werde ich dieser Figur natürlich ganz andere Wünsche und Träume geben.  Eine Figur ohne jede Inspiration von außen erfinden, so ganz aus der Luft heraus, ist mir noch nie gelungen.

Damit die Figuren authentisch werden, lasse ich sie im Vorfeld meist einen Interviewfragebogen ausfüllen. Bei Helga, der Hauptfigur aus „Aussicht auf Sternschnuppen“, musste eine Freundin bei der Beantwortung helfen. Warum man einen Beruf in der politischen Erwachsenenbildung ausüben möchte und sich ehrenamtlich in der SPD engagiert, wäre mir wohl sonst verschlossen geblieben.  Ich gebe mir schon Mühe, meine Figuren so gut wie möglich kennen zu lernen. Aber bei den Papiermenschen ist es so wie bei den richtigen: Einige davon stehen einem einfach näher als andere. Bei einigen gelingt es einem, schillernde Charaktere zu erschaffen, die anderen bleiben ein bisschen blasser und man findet keinen richtigen Zugang zu ihnen.

Ja, die Namen sind ein Kapitel, bei dem ich schon öfter geschimpft bekam. Bei dem Hunsrück-Krimi habe ich sowieso 1:1 Personen aus meinem Geburtsort übernommen, so dass sogar meine Eltern irgendwann meinte, ich solle sie doch bitte stärker verfremden, sie wollten schließlich noch länger dort wohnen bleiben. Nach der Lektüre des Sternschnuppen-Buchs meinte mein Mann: „Muss denn unbedingt meine gesamte Familie namentlich in deinen Büchern auftauchen?“

Ich bin tatsächlich unglaublich unkreativ, was Namen angeht. Lilly heißt meine Tochter, Mia meine Schwiegermutter, Helga eine ehemalige Kollegin, nur bei Fee und Milla, der Mutter der Baum-Schwestern, habe ich überhaupt keine Ahnung, wie diese Namen den Weg zu mir gefunden haben. Wenn ich erst einmal einen Namen gefunden habe, der zu der Figur passt, dann müssen sie während des Schreibprozesses auch unbedingt so bleiben. Aber ich habe den Namen des Opas der Familie noch einmal geändert. Er hieß Opa Wolfgang und mit über achtzig geht dieser Mann immer noch jeden Tag im Sommer in den Münchner Isarauen zum Nacktbaden, außerdem war er mehrere Male verheiratet und neigt zu melodramatischen Ausbrüchen auf Familienfesten. Ich konnte verstehen, dass mein Schwiegervater, der auch Wolfgang heißt, nicht unbedingt mit ihm in Verbindung gebracht werden wollte. Jetzt heißt sie Opa Willy.

Wie sehen deine Recherchearbeiten aus? Kennst du die Gegend, in der dein Roman spielt?

Die Eltern meiner vier Hauptcharaktere wohnen in einem kleinen Ort bei Freising, genau wie ich. Helga, Fee, Lilly und Mia in München. Dort habe ich selbst eine Zeitlang gewohnt. Ich liebe diese Stadt und ich kenne mich dort sehr gut aus. Helga führt ihre Reise in die Toskana, die ich selbst sehr liebe, Fee fliegt nach Irland, wo ich nach dem Studium eine Zeitlang auf einem Reiterhof gearbeitet habe. Dennoch bin ich die im Roman beschriebenen Routen noch einmal abgefahren und habe viele wundervolle Eindrücke notieren können, ohne die beide Bücher bestimmt weniger Flair gehabt hätten. Es wäre schwer, meine Romane an Orten wie Berlin oder Hamburg spielen zu lassen, mit meinen Figuren in Länder zu reisen, die ich selbst nicht kenne wäre vollkommen unmöglich.

Dein Buch ist fertig geschrieben und was passiert dann?

Ich schreibe den letzten Satz, setze einen Punkt dahinter, springe in die Luft vor Freude und gehe mit meinem Mann feiern. Das habe ich beim letzten Mal gemacht. Wobei mein letzter Satz nicht der letzte Satz des Romans war. Den Schluss schreibe ich meistens schon vorher, obwohl ich sonst chronologisch vorgehe. Es ist wirklich ein ganz unglaubliches Gefühl, etwas zu Ende zu bringen. Eine Geschichte aufs Papier gebracht zu haben, die schon bald Menschen lesen und miterleben werden.  Nur vier Tage später habe ich bei verschiedenen Agenturen angefragt und ihnen eine Leseprobe zugeschickt. Das würde ich jetzt definitiv nicht mehr so machen, sondern den Roman lieber eine Zeitlang ruhen lassen, ihn überarbeiten und dann zu einem Lektor geben. Damals war ich in meiner Euphorie etwas voreilig, aber es haben sich glücklicherweise trotzdem einige Agenturen gefunden, die mich vertreten wollten. Doch für die Vermittlung an einen Großverlag hat es nicht gereicht. Bevor ich das Buch Anfang Dezember herausgebracht habe, habe ich es noch einmal komplett überarbeitet. Den Nachfolger werde ich auf jeden Fall professionell lektorieren lassen. Wenn man als Autor darauf verzichtet, spart man definitiv am falschen Ende.

Du bist die erste Indie Autorin, die ich ausfrage. Wann kam dein E-Book auf dem Markt? Was tust du, damit dein Buch bekannter wird? Wann wird das gedruckte Buch erscheinen? Du vertreibst dein Buch allein, oder hilft dir jemand dabei?

Mein Roman erschien am 1.Dezember und ich habe seine „Geburt“ mit einer großen Buchtaufe gefeiert, wo ich auch meine erste Lesung gegeben habe. Außerdem wurde der Roman in vielen regionalen Zeitungen erwähnt, was allerdings zu keiner nennenswerten Downloadzahl geführt hat. Grundlage für meine gute Platzierung und meine Sichtbarkeit bei Amazon war meiner Meinung nach meine Leserunde bei Lovelybooks, die mir fast zwanzig sehr gute Rezensionen gebracht hat, und einige Blogger, die so freundlich waren, mein Buch zu lesen und auf ihren Blogs und auf Facebook vorzustellen. Wobei sich bestimmt die Hälfte der Blogger, die ich angeschrieben habe, überhaupt nicht bei mir gemeldet hat, auch auf mein Nachfragen hin. Das finde ich sehr schade. Klar, bekommen sie bestimmt ständig E-Books von Indies angeboten, aber zumindest ein kurzen NEIN, KEIN INTERESSE wäre schon nett gewesen. Ich habe mir mit meiner Anfrage nämlich sehr viel Mühe gegeben, Angaben zum Buch, zu mir als Autorin und eine Leseprobe beigefügt.

Das gedruckte Buch wird Anfang März erscheinen. Durch meinen Schwager, einen Graveur, der für viele Großverlage die Buchprägung macht, kam ich an eine wirklich gute Druckerei, mein Schwager selbst hat einen Prägestempel für das Cover hergestellt und er wird es auch mit einer Folie veredeln. Das Ganze wird bestimmt sehr glitzrig und romantisch werden und ich freue mich schon sehr darauf, dass richtige Buch in den Händen zu halten. Das wird definitiv ein Highlight werden, das weiß ich jetzt schon.

Hilfe beim Vertrieb habe ich keine. Aber mein Mann ist quasi mein „Manager“ und wirklich eine riesige Unterstützung. Ich habe eine sehr, sehr gute Graphikerin, einen engagierten Setzer und eine liebe Bekannte, die früher die PR für Mediamarkt und Saturn gemacht hat, erstellt mit mir zusammen Werbematerial. Im Gegensatz zu den meisten anderen Indie-Autoren kann ich leider nur das Schreiben wirklich gut. Das Taschenbuch wird über Amazon über mich und einige regionale Buchhändler erhältlich sein.

Verkaufst du ausschließlich über Amazon?

Ja, da ich dort über die Gratis-Aktion die Möglichkeit hatte, mein Buch eine Zeitlang kostenlos anzubieten und somit eine größere Sichtbarkeit auf der Amazon-Seite zu erreichen, habe ich mich für das Select Programm entschieden, wo es für Prime-Kunden auch kostenlos ausleihbar ist. Pro Buchausleihe bekommt man derzeit noch recht gute Tantieme, auf die ich momentan nur ungern verzichten würde. Bei meinem geringen Bekanntheitsgrad wird es schwer, mich auf anderen Plattformen zu behaupten. Mein Buch muss den Leuten ja ins Auge stechen, da sie nicht gezielt danach suchen werden.

Ob ich bei dem zweiten Buch aber noch einmal diesen Weg gehe, weiß ich noch nicht. Ich bin Amazon natürlich sehr dankbar, dass mir dort die Möglichkeit gegeben wurde, zu veröffentlichen und im Ranking ziemlich weit nach vorn zu kommen, aber generell denke ich, dass es sinnvoll ist, breiter aufgestellt zu bleiben und auch andere Plattformen zu unterstützen.

Beim ersten Buch habe ich derzeit keine Möglichkeit, mehr auszusteigen, denn wenn ich mir einen Distributor suche, wird der Titel von Amazon völlig neu angelegt und ich verliere nicht nur meine gute Platzierung, sondern auch all meine Rezensionen. Das habe ich vorher überhaupt nicht bedacht.

Wie wichtig ist dir der Kontakt zu deinen Lesern?

Ich bin immer total begeistert, wenn mir jemand schreibt, dass ihm mein Buch gefallen hat, wobei völlig Fremde sich das ganz, ganz selten nur trauen. Meist sind es Personen, die ich noch aus der Schule kenne oder andere Autoren. Die Leserunde bei Lovelybooks fand ich auch phantastisch. Selten habe ich so ungefiltert Meinungen über Textpassagen, Charaktere oder den Handlungsaufbau bekommen. Mit mehreren Teilnehmern stehe ich immer noch regelmäßig in Kontakt. Sie werden immer etwas ganz Besonderes für mich bleiben, genauso wie die Mädels von Chicklit and Romance und Vanessa Woell von Nie ohne Buch, die sich als allererstes dazu bereit erklärt haben, einen Roman von mir unbekannter Autorin zu lesen.

Vielen Dank für das tolle Interview und ich wünsche dir noch mega viel Erfolg mit deinem Buch!

Preis Ebook: 2,99

Preis Taschenbuch: 9,90

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Website: www.katrinkoppold.de

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