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In Memoriam

Die letzte Strophe
deines Liedes
war verklungen
als er deinen Namen rief
in uns jedoch wird’s
nie verstummen
es singt ganz leise
seelentief.

Edith Maria Bürger

In tiefer Trauer geben wir das Ableben unserer geschätzten Autorin Leo Pinkerton bekannt.
Der Familie und allen Angehörigen – vor allem ihrem Lebensgefährten – drücken wir unser tiefstes Beileid aus.

Leo kam 2013 durch Vermittlung in unseren Verlag. Gemeinsam veröffentlichten wir die fantastische Liebesgeschichte Luftpost zwischen Tag und Nacht.
Als ehemalige Grundschullehrerin ließ sie das Malen mit Buchstaben nicht los und sie schuf die wunderbare Geschichte für Kinder im Erstlesealter: Der Magier aus dem Finsterwald.
Kurz nach Veröffentlichung des Buches ereilte sie im Februar 2016 ein Schlaganfall, von dem sie sich seitdem nicht mehr erholt hat. Daher können wir mit tiefer Gewissheit sagen, dass der Tod eine Erlösung für sie war.
Sie war ein lebenslustiger Mensch mit vielen Talenten und ich bin froh, dass ich sie persönlich kennen durfte.

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Sagen und Fabeln in Büchern

Sagen und Fabeln sind nichts Neues. Auch nicht in Büchern. Ein Glück, dass sie für die Nachwelt aufbewahrt wurden, damit wir aus ihnen neue Geschichten spinnen können.

Ist euch aufgefallen, dass wir zwei Titel im Programm haben, die mit einer durchaus vergleichbaren Sage – wenn auch regional abgewandelt – daherkommen?
Im Buch: Cor de Rosas Tochter von Claudia Romes geht es um die Sage der Boto Cor de Rosa –


Zitat Wikipedia:

Bei manchen indigenen Völkern hält sich der Glaube, dass ein ertrunkener Mensch zu einem Flussdelfin wird. Der Flussdelfin behält in diesem neuen Leben die Fähigkeit, sich bei gelegentlichen Landgängen zurück in einen Menschen zu verwandeln.

Einige Menschen am Rio Negro glauben, dass der Amazonasdelfin nachts als gut aussehender junger Mann im weißen Anzug mit Hut an Land kommt und Ausschau nach jungen Mädchen hält. Darum wird jeder fremde junge Mann erstmal misstrauisch angesehen. Der so verwandelte Delfin verführt das junge Mädchen und verschwindet dann am nächsten Morgen wieder im Fluss als Delfin. Das Mädchen wird schwanger und schließlich kommt das Kind zur Welt. Es gibt wirklich Geburtsurkunden, in denen als Vater „Boto Cor de Rosa“ eingetragen ist.

Das zweite Buch, dem eine ähnliche, aber doch so ganz andere Mythologie innewohnt, beschäftigt sich mit Selkies.

Aberness von Christa Kuczinski

Cover "Aberness", erschienen im el Gato Verlagshaus

Wikipedia sagt: Auf den Orkney-Inseln und Nordschottland erzählt man sich Geschichten von Robben, die an Land kommen und sich in Menschen verwandeln, indem sie ihr Fell ablegen. Sie verstecken ihr Fell und laufen als Menschen herum. Angeblich sind Selkie-Frauen als Menschen unbeschreiblich schön.

In beiden Romanen geht es um Wasserlebewesen, die sich an Land in einen Menschen verwandeln können und beide Sagen waren Auslöser für diese wundervollen Bücher. Natürlich spielt die Liebe eine große Rolle – die gehört einfach mit dazu.
In beiden Büchern müssen unsere Protagonisten große Herausforderungen bestehen. Das Bezwingen der Hindernisse, die sich aufgrund der mythischen Umstände aufgetan haben, dürfen selbstverständlich ebenfalls nicht fehlen. Aber mehr darf ich euch jetzt nicht verraten 😉

Wenn ihr jetzt ein wenig ins Träumen geraten seid: Wir haben einen Ausmalblock mit Textstellen zu Aberness produziert. So könnt ihr noch mehr mit Amber und Alec mitfiebern und euch die Geschichte nach euren Vorstellungen malen.


Ihr seht: alte mythische Sagen lassen sich prima in unsere Neuzeit transportieren und zu wunderbaren Geschichten ausbauen.

Kennt ihr noch mehr Bücher, in denen alte Sagen die Grundlage für eine moderne Geschichte bildeten?

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13. Dezember

13.12

Unser heutiger Adventskalender-Beitrag kommt von Claudi Feldhaus. Nachstehend findet ihr eine kleine Leserpobe aus ihrem Roman Familie, Liebe und andere Sorgen.
Gleichzeitig ist heute wieder ein Tag, an dem ihr etwas gewinnen könnt.

zwölf

Bei diesem Schwur blieb ich. In den nächsten Wochen brachte ich das Kind jeden Morgen zur Schule, flog dann per Bahn zur Arbeit, wo ich ohne Pause Akten bearbeitete, Anrufe annahm, mir die Sorgen der Chefin anhörte, mit Lieferanten stritt und zwischendurch auch die Kotze von Loras Baby wegwischte – die uns immer öfter besuchte. Nachmittags holte ich Basti immer häufiger bei Sandy und dem braven Janosch ab. Zuhause kontrollierteich seine Hausaufgaben und unterschrieb seine stets guten Noten. Vor allem Mathe lag ihm – genau wie seinem Vater! Die Therapie bei Dr. Schlüssel war meine Gelegenheit joggen zu gehen. Dem ging ich bei Wind und Wetter nach, denn den Vertrag im Fitnessstudio hatte ich aus Geldmangel kündigen müssen. Ich richtete Basti darauf ab, mir im Haushalt zu helfen. Er lernte Betten beziehen, Sockenmemory, Geschirr abtrocknen. Bald sah er von allein, wenn die Blümchen Durst hatten oder das Regal mal abgewischt werden musste. Ich meldete ihn zu Karate-Kursen und zum Fußballspiel an. Sandy half ich, ein Bildungspaket zu beantragen, woraufhin auch Janosch mit zum Sport konnte.

Ende September feierten wir Bastis zehnten Geburtstag mit großem Pomp. Sabine schickte uns unangemeldet eine riesige Überraschungstorte. Ich vermied es, sie anzurufen. Das Kind wusste von allein, wie man ein Telefon bedient. Wir grillten auf der Wiese vor dem Haus. Ich war nicht sicher, ob wirklich alle der anwesenden Kinder Freunde von Basti waren. Aber er schien alle zu kennen. Er war beliebt – genau, wie sein Vater es in der Schule gewesen war. An den Wochenenden unternahmen wir fast immer etwas mit Janosch. Er war nicht der Hellste, aber er schien wirklich ein liebes Kind zu sein. Sandy und ich gewöhnten uns bald an, zum arabischen Gemüsehändler unseres Vertrauens zu gehen und uns frische Zutaten, Kräuter, Gemüse und viel Obst zu leisten. Davon kochten wir für uns und die Kinder.

Damit versuchte ich, mein Gewissen zu beruhigen.

Basti aß in der Schule und ich hoffte, dass die Speisen dort halbwegs gesund waren und er daraus seine Vitamine beziehen konnte. Zuhause bekam er Obst und ab und zu raffte ich mich auf und bereitete ihm abends eine Gemüsepfanne aus Tiefkühlkost zu. Oft reichte das Geld dafür aber nicht. Wenn ich tagsüber im Büro etwas aß, dann Mikrowellenfraß oder belegte Brote. Mein gesunder Lebensstil musste dem Fakt weichen, dass das Kind ständig neue Hosen, Schuhe und andere Klamotten brauchte, weil es Wachsen am besten beherrschte. Basti blühte regelrecht auf, wenn er mit Janosch spielte. Er war zweifelsohne der dominantere in der Beziehung und gefiel sich in der Rolle des Welterklärers, auch wenn er das meiste erfand. Amüsiert darüber ließ ich ihn reden. Die Kindheit war dazu da, Dinge zu sagen wie: „In Lappland wohnen die Menschen sehr dicht zusammen. Daher das Sprichwort: Es läppert sich zusammen“ oder: „Eine Gebärmutterist die Chefin in einem Geburtshaus“ oder „Bevor sie heiraten, müssen Mann und Frau erst gründlich prüfen, ob sie mit allen wichtigen Teilen zueinander passen.“

Philip fing ein paar Wochen nach unserem Aufeinandertreffen im Soda an, mir Textnachrichten zu schicken. Da er mit mir flirtete, konnte ich mich wohl nicht allzu sehr daneben benommen haben. Ich antwortete, sobald ich Zeit und einen freien Kopf hatte. Er schrieb immer sofort zurück. Ich fragte mich, ob ihm klar war, dass ich mich nicht mit Absicht rarmachte. So oder so – es schien gut anzukommen. Schlussendlich tat es meinem Selbstbewusstsein ziemlich gut. Nachdem ich mich für Orgasmen nicht mehr genug entspannen konnte, war dies das einzige, was mir noch etwas natürliche Röte ins Gesicht trieb. In Ermangelung von Sport und sexueller Betätigung hatte ich mehr als eine Wohlstandsrundung bekommen. Ich trug eine Körbchengröße mehr Brust herum und immer öfter Oberteile, die den Bauchspeck kaschierten. Meine Hosen spannten am Bund, doch meine Beine waren schlank geblieben, da ich wenigstens das Treppensteigen beibehalten hatte. Mir graute zu sehr vor dem Dezembertermin bei Dr. Schmidtlein, also sagte ich schon Ende Oktober ab.

Um nachts nicht von meinem verkorksten Seelenzustand träumen zu müssen, besorgte ich mir Schlafmittel. Erst nahm ich Baldrian, dann zusätzlich Hustensaft und schließlich trank ich vor dem Zähneputzen einen Kräuterlikör. Als ich mich auch daran gewöhnt hatte, stibitzte ich Bastis Tabletten, die er hingegen immer seltener einnehmen wollte. Im Herbst lösten wir endlich Yannicks Wohnung auf, die von sozialen Einrichtungen fast völlig leer geräumt worden war. Ich war überrascht, dass der Vermieter sich gnädig zeigte und keine Renovierung der Wohnung von mir verlangte. Dafür durfte er aber auch die Kaution behalten, die mein Bruder vor Jahren bezahlt hatte.

Eines Tages flatterte ein Schreiben von Herrn Seifert, dem Notar, ins Haus, worin er uns über Yannicks Erbe aufklären wollte, was ich erfolgreich verdrängt hatte. Wie befürchtet konnte Basti bestenfalls dessen Schulden bekommen. Eswar nicht ganz einfach ihm zu erklären, dass er nicht die Pflicht hatte, irgendwann die Schulden seines Vaters abzubezahlen.
„Aber du hast doch auch die Pflicht, dich um mich zu kümmern!“, argumentierte er.
„Basti, du hast keine Schuld! Du bist mein Neffe und ich habe dich lieb!“ Von mir selbst überrascht, sah ich ihn durchdringend an. Dann drückte er mich ganz fest und weinte das erste Mal seit Wochen.

Anfangs meldete sich Sabine ab und zu. Sofort reichte ich den Hörer an Basti weiter der ihr erzählte, wie viel Spaß er hätte und dass wir dieses Wochenende schon was vorhätten, Markus ihn also nicht zu holen bräuchte.

Erzähl es ihr! Sag ihr, dass ich klarkomme! Sag ihr, dass du glücklich bist!! Dann erzählt sie es Markus … feuerte ich ihn in Gedanken an – mit tiefster Genugtuung.

Der November war überaus sonnig und trocken geblieben, es regnete nur selten und das wirkte sich äußerst positiv auf die Laune aller Berliner aus, besonders auf die meiner Chefin. Sie lud mich spontan zum Mittag ein: „Sie leistn wirklich ganz hervorragende Arbeit“, begann sie.
Aber???
„Freut mich, wenn Sie zufrieden sind“, antwortete ich verlegen.
„Ich komme am besten gleich zur Sache, lange Reden sind nich mein Ding!“
Oh nein!
Lora war in den letzten Wochen häufig zu Besuch gewesen, mittlerweile ohne Baby, da sie abgestillt und es bei ihrer Mutter abgestellt hatte. Sie verteilte Winks mit dem Zaunpfahl, dass sie bereit wäre, sofort wieder anzufangen und sich ganz klar von mir bedroht fühlte. Was sollte aus mir werden? Ich hatte ein bisschen was gespart, aber das würde nicht lange für mich und Basti reichen. Dann bliebe uns nur noch Hartz IV! Aber dafür müsste ich zusätzlich dem Klatschblatt um meine sexy Geschichten kündigen. Doch diese zu schreiben war das einzige halbwegs Kreative, wozu ich in letzter Zeit fähig war. Aufgrund meines fehlenden Sexuallebens tobte ich mich beim Schreiben dieser Texte aus, und die waren mittlerweile als qualitativ hochwertig zu bezeichnen! Meinte jedenfalls meine Redakteurin.
Jedes Zahnrad im Getriebe meines Hirns ratterte auf Hochtouren.
„Frau Feldheim … was würdn Sie davon haltn, wenn Sie für immer bei uns bleiben?“, sagte die Chefin dann freundlich.
Waaaaaas? „Oh?“, stieß ich hervor.
„Ich möchte, dass Sie ab jetzt eine Vollzeitstelle im Büro abdecken. Dann kann ich tagsüber ein bisschen zu den Standorten fahren und die Abläufe überwachen und Lora wird als junge Mutter sicher froh sein, nachmittags frei zuhaben.“
Inerster Linie wird sie angepisst sein!
Die Chefin las meinen Blick falsch und rief dann schnell: „Ach ja, Sie würden natürlich mehr Gehalt bekommen!“
Es dauerte einen Moment, bis ich mich gesammelt hatte. Wieder einmal hatte ich ihren Tonfall falsch eingeschätzt.<
„Prinzipiell wäre ich von dieser Idee sehr angetan!“, meinte ich dann, „Wie wären denn die Arbeitszeiten?“
„Was halten Sie von 9.30 -18 Uhr mit Pause? Lora könnte vor Ihnen kommen und schon mal alles vorbereiten.“
Herrje, wird die angepisst sein …!
Mein Hirn ratterte wieder: Wie sollte ich in Zukunft Bastis Therapie legen? Oder würde er allein hingehen? So verknallt, wie er in Dr. Schlüssel war, wäre das sicher das kleinste Problem. Und Joggen war sowieso schlecht für die Knie.
„Ich möchte das zuhause absprechen und sage Ihnen Bescheid!“, lautete meine Antwort. Tief in meinem Herzen hoffte ich, dass dies ein Zeichen war: Die ganze Arbeit hatte sich gelohnt, ich würde klarkommen!

Noch mehr verstand ich es als positives Zeichen des Universums, als die Chefin mir zum Feierabend einen Scheck überreichte. Dies sei ein kleiner Bonus für mich. Es waren 1500,00 Euro und genau so viel schuldete ich Markus noch dafür, dass er damals die Beerdigung meiner Mutter bezahlt und später auch die Anzahlung der Beisetzung meiner restlichen Familie vorgestreckt hatte. Ohne lange darüber nachzudenken, suchte ich eine Bank auf und ließ den Betrag auf sein Konto gutschreiben. In den Betreff schrieb ich: Danke für die jahrelange Unterstützung. Ob er mir wieder nur „Gerne“ antworten würde? Nichtsdestotrotz würde er wissen wollen, woher ich das Geld hätte und mich kontaktieren. Es wäre der allerbeste Beweis, dass ich großartig zurechtkäme und dass ich wieder die unabhängige kreative Frau war, in die er sich verliebt hatte. Ihm würde klar werden, was für ein Idiot er gewesen war unddann könnten wir uns wieder zusammenraufen!

Ich trat aus der Bank, fühlte mich erfolgreich und auch ein bisschen hübscher als heute Morgen und lief zur nächsten Tram Station, als ich Markus aus seinem Opel steigen sah. Er hatte soeben auf der gegenüberliegenden Straßenseite eingeparkt. Er trug Jeans, ein gut sitzendes asphaltgraues Hemd und eine Winterjacke unter dem Arm, die ich nicht kannte. Dann lief er zur Beifahrertür und öffnete sie einer Frau. Es traf mich wie ein Stöckelschuhtritt ins Herz. Sie war ein feenartiges Wesen, mit dunkelblondem Haar und langen Beinen. Ganz so groß wie ich war sie nicht, dafür aber viel dünner als ich es je war. Sie schenkte ihm ein bezauberndes Lächeln, zog ihre etwas zu große Nase kraus und ihr Alabasterhautgesicht strahlte verliebt. Noch bevor ich mich hätte verstecken können, hatte Markus mich erblickt. Er sah genauso erschrocken aus wie ich. In diesem Moment nahm sie seine Hand und kuschelte sich an seinen Oberarm. Dann erst bemerkte sie, dass er zu mir herüber blickte. Ich sah ganz genau, wie ihr Himbeermund ein „Kennst du die Dicke dahinten?“ formte. Meine Tram fuhr vor. Ich erkanntedie einzige Möglichkeit, mich nicht mit ihnen unterhalten zu müssen.

Auch wenn es restlos unfreundlich war, ignorierte ich Markus eindeutige Handbewegung und stieg ein. Als die Bahn kurz darauf wegfuhr, lächelte ich ihn freundlich an. Er sah wütend aus. Dann fiel mir ein, dass er morgen auf seinem Konto das Geld finden würde. Er würde denken, ich hätte es, nachdem ich die beiden gesehen hatte, zusammengekratzt und überwiesen. Er würde denken, es sei meine Art, mich auf ewig von ihm loszusagen und nicht, wie ich gehofft hatte, ihnzurückzugewinnen. Während Tränen der Enttäuschung an meinem porösen Gesicht herunter sprudelten, tippte ich eine SMS:
Sorry, ich hatte es nur so eilig …
Aber ich löschte sie. Sie war weder glaubwürdig noch würdevoll – genau wie ich!

Basti wartete heute zuhause auf mich.

Anstatt mich wie sonst fröhlich zu begrüßen, erkannte er sofort, dass ich geweint hatte. Wie uns auffiel, weinte ich immer noch. Nachdem er mich fünfmal gefragt hatte und fast anfing selbst zu heulen, flüsterte ich: „Ich weine, weil ich so dumm war.“ Damit war für ihn natürlich überhaupt nichts erklärt.
„Weißt du … ich, hatte heimlich die Hoffnung, mich irgendwann mit Markus auszusöhnen. Als er dich damals hergebracht hatte, war mir aufgefallen, dass ich ihn zurückwill.“
„Und warum hast du ihm das nich gesagt?“ fragte das Kind sichtlich erfreut.
„Ich wollte nicht, dass er zurückkommt, weil ich mit dieser neuen Situation nicht klarkomme. Ich wollte, dass er wieder mein Partner wird, nicht mein Versorger.“
„Klarkommen?“
„Ich glaube, mittlerweile tu ich das, nicht zuletzt, weil du und ich so super zurechtkommen.“
Basti fühlte sich nun auch sichtlich geschmeichelt. Sollte ich ihm sagen, dass ich der Meinung war, wirklich Glück mit ihm gehabt zu haben? Seine Geschwister waren mir immer hyperaktiv und ungezogen vorgekommen. Er hingegen war so lieb und pflegeleicht und wirklich schon sehr weit für sein Alter. Aber das konnte ich ihm ja schlecht sagen!
„Markus will doch auch zurück. Ganz bestimmt!“, unterbrach Basti grinsend das innere Mono-Lob.
Ich lächelte verlegen. Nach einem tiefen Seufzer berichtete ich, was ich vorhin gesehen hatte. Dass Markus jetzt eine Märchenprinzessin spazieren fuhr und sich wohl kaum von ihr wegen mir trennen würde, nachdem ich ihn aus meinem Leben gekickt hatte. Außerdem, und ich gab mir große Mühe, Basti das so einfach wie möglich darzustellen, hätten Markus und ich nach wie vor diese verschiedenen Ansichten, was die Erziehung eines Kindes und die Rollenverteilung anging, wegen denen wir uns eben immer wieder gestritten hatten. Diese Reibungspunkte wären nach wie vor aktuell und die hätte er mit der Neuen sicherlich nicht. So unterwürfig, wie die gelächelt hat, dachte ich, würde die sich sicher auch ziemlich wohl in ihrer Rolle als Hausfrau, Mutter und Parasit fühlen.
„Hm, das ist natürlich Mist …“, stellte Basti fest.
„Riesengroßer Mist!“, bestätigte ich.
Dann saßen wir noch eine Weile schweigend auf dem Sofa und verabschiedeten uns still von dem Gedanken, Markus wieder in unseren Haushalt aufzunehmen.

Wie ich geahnt hatte, war Basti mit meiner neuen Arbeitszeitregelung einverstanden. Vor allem hieß das für ihn, dass bald mehr Geld zur Verfügung stand. Ich verkniff mir, ihm zu erklären, dass ich mir deswegen noch lange keine Zooausflüge oder große Fressen in den hiesigen Fast-Food-Lokalen leisten konnte. Er würde schon früh genug merken, dass ich wirklich nicht wie Sabine war. Jetzt fiel mir ein, dass die schon lange nicht mehr angerufen hatte. Die Feen-Freundin von Markus musste also bereits zuhause vorgestellt worden sein und sicherlich hatten alle befunden, dass sie so viel besser zu ihm passte als ich! Nach dem Sandmann ging Basti von selbst Zähne putzen und machte sich bettfertig. Ein braves Kind!

Wurde ich jetzt auch so wie diese Mütter, die ihr Kind für das beste, klügste und liebste hielten? Wie auch immer! Basti war nun mal das Beste, Klügste und Liebste. Anna und Yannick hatten ganze Arbeit geleistet!

Die nächsten Tage schneite es drei Flocken, woraufhin die Berliner S-Bahn brachlag. Ich hatte keine andere Möglichkeit, als darauf zu vertrauen, dass Basti ohne mich zur Schule ging, denn mit meiner Ausweichverbindung zur Arbeit – der Tram – war ich mindestens 20 Minuten länger unterwegs.
„Ich geh doch gern zur Schule!“, beruhigte mich Basti.
„Ich hoffe, das bleibt auch so“, rief ich, als ich ihm seine Brotbox gab.
„Doch ja! Die neue Schule is okay! In meiner alten war die Kunstlehrerin aber netter. Die jetzt ist schon so alt, die weiß nich mehr, wie man mit Kindern umgeht“, erzählte er mir, während ich ihm seinen Schal umband. Wusste ich doch auch nicht … und bis jetzt lebst du noch!

Wir teilten uns den Fahrstuhl und trennten uns vor dem Haus. Basti drückte mich zum Abschied ganz fest und flitzte dann durch den noch schummrigen Park in Richtung Schule. Es war der 1. Dezember und mein erster Vollzeit-Arbeitstag.

Ich vergaß Nikolaus und kaufte dafür, vor lauter schlechtem Gewissen, zu Weihnachten die Spielkonsole und das Taschenmonsterspiel, die Basti immer anhimmelte, wenn wir am Elektronikgeschäft vorbeischlenderten. Mein Konto wies zum ersten Mal in meinem Leben ein dickes fettes Minus auf und mir wurde so schlecht, als ich das sah, dass ich mich weigerte, den Stand vor dem neuen Jahr noch mal aufzurufen. Doch als Basti das Ding an Heiligabend auspackte – wir saßen mit Sandy, Janosch und ihren beiden Mädchen, Renata und Sabrina, in meinem Wohnzimmer – da leuchteten seine Äuglein heller als die kitschigen Lichtfiguren, die gegen meinen Willen ins Fenster gestellt worden waren. Basti schaltete das Gerät ein und war für den Rest des Jahres ausgestellt. Silvester hütete Sandy ihn und seine Konsole, da Margitta, meine Chefin, die ich jetzt duzen durfte, Hilfe bei der Überwachung des Gala-Buffets brauchte. Als ich um 4 Uhr morgens heimkam, war die Wohnung leer und roch noch immer nach Räuchermännchen.

Meine Beine schmerzten. Ich wickelte mich in die Kuscheldecke auf dem Sofa und dachte daran, wie oft ich darauf tollen Sex mit Markus gehabt hatte. Die Neue. Ob sie besser war als ich? Tränen rollten über mein dick geschminktes Gesicht. Ich hätte jetzt gern Basti da gehabt und ihn umarmt. Aber zum Glück, denn er sollte nicht schon wieder mein Trostpflaster gegen Liebeskummer sein, schlief der zwei Straßen weiter in der plüschigen Wohnung von Sandy. Ich sah ihn vor mir, wie er da auf der Luftmatratze neben Janoschs Bett lag, die Konsole fest umklammert wie ein Kuscheltier und alle paar Minuten kurz schnarchte. Er fehlte mir.

Am 2. Januar meines 26. Lebensjahres ging das erste Vollzeitgehalt auf meinem Konto ein und verwandelte mein Trübsal in einen Anflug sehr guter Laune, der bis zu meinem Geburtstag Ende Februar anhielt.

Wie hat euch diese kleine Leseprobe gefallen? Falls ihr wissen wollt, wie es weitergeht, könnt ihr das Print oder e-Book überall im Buchhandel, online oder direkt im Verlag bestellen.

Unsere heutige Gewinnspielfrage lautet:

Was bedeutet für dich Weihnachten?

Aus allen unten ins Kommentarfeld eingetragenen Antworten verlosen wir ein handsigniertes Exemplar von Familie, Liebe und andere Sorgen.

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Wir wünschen euch viel Glück.

Geschrieben am

11. Dezember

11.12

Noch genau 13 Tage bis Weihnachten. Heute ist wieder ein Tag, an dem ihr etwas gewinnen könnt.

Die Autorin von Friedolin und die Chaoskinder, Daniela Wanninger, entführt euch heute in ihre Weihnachtsgeschichte:

Joseph, der Weihnachtshelfer    

von Daniela Wanninger

Draußen war es dunkel. Anna saß aufrecht in ihrem Bett und blickte aus dem Fenster. Obwohl nur der Lichtschimmer der benachbarten Straßenlaterne die Nacht aufhellte, konnte sie genau die dicken weißen Flocken erkennen, die durch die Luft gewirbelt wurden.

Es schneite und schneite und schneite – und das nun schon den ganzen Tag!

„Hurra, morgen fällt bestimmt die Schule aus!“, schrie ihr Bruder Fynn, der gerade das Badezimmer verlassen hatte und noch einen Blick zu seiner kleinen Schwester warf.

„Ich wette mit dir: morgen bricht der ganze Verkehr zusammen, weil das Scheegestöber nicht aufhören wird!“, rief Fynn fröhlich und steckte seinen Kopf durch Annas Türe.

„Kann schon sein!“ Gelangweilt spähte Anna in ein Buch.

„Was ist denn das? Ha, ha, der Weihnachtsmann!“, lachte Fynn.

Bild 1 Daniela wanninger

Genervt bugsierte ihn Anna aus ihrem Zimmer und schloss die Tür.

Endlich Ruhe! Nun konnte sie niemand mehr stören. Wieder grabschte sie nach dem Buch, das sie heute im großen Schrank ihrer Eltern erwischt hatte, als sie auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken war.

„Ein Buch – so etwas Langweiliges!“, hatte sie sich geärgert.

Viel lieber hätte sie ein neues Computerspiel gefunden. Das hatte sie sich schließlich gewünscht. Als sie die Stimme ihrer Mutter vernahm, hatte sie schnell das Buch in ihrer Hand unter ihrem Pullover versteckt und war damit in ihr Zimmer geflüchtet.

Erst jetzt hatte sie Zeit, es genauer zu betrachten: Auf dem Einband war ein Weihnachtsmann mit einem Schlitten abgebildet. Daneben stand in großen Buchstaben der Titel: „Joseph, der Weihnachtshelfer“

So was Blödes! Weihnachtshelfer – Wieso hieß es nicht Weihnachtsmann, schließlich trug der gute Alte eine rote Zipfelmütze auf seinem Kopf. Blöder Kinderquatsch! Und statt von einem Christkind zu schreiben oder vom Heiligen Nikolaus wurde den Kindern diese Witzfigur präsentiert! Jedes Mal wenn sie so einen Wicht sah, musste sie an einen Giftzwerg denken, dessen Bart irgendwie eingeschneit wirkte.

Sachte fuhr Anna mit ihrem rechten Zeigefinger über den Bart des Mannes. Er glitzerte. Fasziniert studierte sie seine tiefblauen Augen. Es schien ihr als würde er seinen Mund zu einem Lächeln verziehen. Nein, das konnte nicht sein das hier war nur eine Abbildung!

Plötzlich vernahm sie eine tiefe aber sanfte Stimme. „Komm mit!“

Anna fuhr herum, konnte jedoch niemanden in ihrem Zimmer entdecken – außer dem Weihnachtsmann auf dem Kinderbuch. Ungläubig starrte Anna auf die Abbildung. Der Weihnachtsmann nickte und winkte Anna zu sich auf den Schlitten.

„Nimm bitte Platz!“ Wie in Trance dachte sich Anna an die Stelle auf dem Buch und konnte sich plötzlich auf dem Schlitten wiederfinden.

„Hallo Anna, schön, dass du da bist.“

Er streckte Anna eine warme Jacke entgegen: „Hier, die wirst du brauchen – es wird nämlich gewaltig ziehen!“

Mit weit aufgerissenen Augen starrte Anna ihren neuen Bekannten an.

„Ich heiße Joseph und bin ein Weihnachtshelfer. Da ich auch ein Mann bin, kannst du mich auch Weihnachtsmann nennen.“ Mit einem Nicken bedeutete er Anna, sich festzuhalten und rief ein Kommando für die Pferde, das Anna nicht verstand. In Nu setzte sich der Schlitten mit den filigranen braunen Pferden in Bewegung. Ein eisiger Wind schlug Anna entgegen und schnitt ihr für einen Augenblick den Atem ab. Ihr Gegenüber schien die Kälte nicht zu beeindrucken. Ringsum war es totenstill, nur das Schnauben der Pferde und ein leises Klingeln der Schlittenglocken waren zu hören. Annas Mund stand vor Staunen weit offen.

Erst jetzt entdeckte sie die vielen Schneeflocken, die in Regenbogenfarben glitzerten. Der Himmel war voller Sterne. Sie ritten durch ein kleines Wäldchen, bevor sie im Galopp eine kleine Anhöhe erreichten.

 „Das hier ist das Ende einer Siedlung mit vielen Kindern!“, erklärte Joseph. Seine Stimme klang tief.

„Was machst du denn als Weihnachtshelfer?“

Während sich der Weihnachtsmann von seinem Schlitten erhob und Anna die Zügel reichte, sprach er ruhig. „Aber Anna, du weißt nicht, was ein Weihnachtshelfer vor Weihnachten zu tun hat?“

Anna zuckte mit den Schultern.

„Ach weißt du, wir Weihnachtshelfer sind eigentlich in der anderen Welt beschäftigt, doch vor Weihnachten – zur besonderen Zeit – bevor zu euch das Christkind kommt, sind wir im Großeinsatz.“

Er stöhnte leise, dann machte er sich daran, einen Berg Geschenke vom Schlitten loszubinden.

„Ich komme gleich wieder!“, verkündete er und war im Nu verschwunden.

Wo war er nur?, dachte Anna, schaute um sich, konnte jedoch weder die Geschenke noch den Weihnachtsmann entdecken. Plötzlich – wie aus dem Nichts – tauchte er wieder neben ihr auf, lächelte und nahm Anna die Zügel aus der Hand.

Wieder rauschten sie durch die dunkle Nacht.

„Du, Joseph!“, begann Anna schüchtern. „Ich würde dir wirklich gerne helfen, aber ich glaube, ich muss nach Hause.“

„Das kann ich gut verstehen, mein Kind!“, entgegnete Joseph und bog plötzlich in eine schmale Gasse ein.

Hier können wir mit dem Schlitten unmöglich durch, ging es Anna durch den Kopf.

„Hüüüüünouf!“, schrie der alte Mann, worauf sie mit dem Gespann plötzlich über die Dächer hinweg flogen.

„Du musst dich jetzt in dein Bett denken!“, befahl Joseph.

Anna schloss die Augen und konzentrierte sich. Sie spürte ihre warme weiche Decke über sich.

Als sie ihre Augen öffnete, fand sie sich tatsächlich in ihrem kuscheligen Bett wieder. Verwirrt blickte sie um sich und tappte mit der rechten Hand nach dem Buch. Es war weg. Einfach weg! „Verflixt!“, schimpfte Anna.

 Bild 2 Daniela wanninger

 Die Tage vor Weihnachten konnte Anna an nichts anderes als den Weihnachtsmann und ihr ungewöhnliches Erlebnis denken. Dies war ihr Geheimnis und das wollte sie auf keinen Fall preisgeben.

Außerdem hätte ihr sowieso niemand diese Geschichte geglaubt.

Als Anna am Heiligen Abend einen hohen Stapel Bücher unterm Christbaum vorfand, stürzte sie sich sofort begeistert darauf. Wie groß war die Freude, als sie das Buch von Joseph, dem Weihnachtshelfer entdeckte.

„Was hast du denn da?“, fragte Fynn neugierig und wollte nach dem Buch greifen.

„Ach, nichts Besonderes, nur ein Kinderbuch!“, murmelte Anna. Sie würde dafür sorgen, dass ihr Bruder die Abbildung nie zu lange ansah, denn ihr Geheimnis wollte sie für sich behalten.

Was das Buch in der anderen Welt alles für sie bereithielt, darauf war sie schon sehr gespannt. Als sie Joseph, den Weihnachtshelfer anlächelte, war ihr, als würde er ihr zuzwinkern.

Bild 3 Daniela wanninger

Unsere heutige Gewinnspielfrage lautet: An wen muss Anna denken, als sie Joseph das erste Mal sieht?

Schreibt eure Antwort unten in das Kommentarfeld.

Euer Gewinn wurde von Susanne Leuders in liebevoller Handarbeit hergestellt und ist ein Lesezeichen.

Wir drücken euch fest die Daumen.IMG_0063

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Versteigerung für einen guten Zweck

Als wir vor nun schon fast vier Jahren das erste Telefonat mit Jacqueline Boy führten, war mir bewusst, dass dieses Buchprojekt schwierig wird.
Wieso:
Kaum jemand von uns mag sich mit den Problemen anderer Menschen auseinander setzen. Was gehen mich die Krankheiten fremder Kinder an? Mich betrifft es ja nicht.
So denkt doch ein Großteil von uns, oder?

Nach wie vor schauen wir zu gern weg, betäuben uns mit anderen Dingen, nur nicht mit negativen.

Wie schnell es uns aber persönlich treffen kann, genau das zeigt das Buch: „Nicht jedes Kind bekommt, was es sich wünscht„. Das Buch zeigt, wie die einzelnen Betroffenen mit ihrer Erkrankung umgehen, wie Familienmitglieder die Krankheit erleben und was der Berliner Verein Kinderschutzengel tut.

Obwohl ich wusste, dass dieses Projekt ein schwieriges wird, hat es mich gedrängt, das Buch zu veröffentlichen.

Es ist mir ein Bedürfnis Kinder zu unterstützen, die quasi vor der eigenen Haustür leben. In der Nachbarschaft. Nicht irgendwo auf der Welt.

In den vergangenen Tagen haben wir ein besonderes Exemplar des Buches: „Nicht jedes Kind bekommt, was es sich wünscht“ versteigert. Mein geheimer Wunsch war, dass wir 100 Euro schaffen.
Das hat nicht ganz geklappt.
Jedoch ist es mir heute eine Ehre, bekanntgeben zu dürfen, dass Frau Helene Gilly das  Buch in Höhe von 57 Euro ersteigert hat.

Was macht das Buch so besonders?

Uns ist es gelungen, von fast jedem der Mitwirkenden eine Unterschrift zu ergattern.

Versteigerung F 1

Ich habe beschlossen, dass ich die fehlenden 46 Euro aus eigener Tasche dazu gebe, sodass wir runde 100 Euro an den Verein überweisen können.

Herzlichen Glückwunsch an Frau Gilly und vielen Dank für Ihr Engagement!

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Wartet Ihr auf Rauklands Blut?

Wir haben hier etwas für euch …

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Ab sofort – bis zum Veröffentlichungstermin am 25.Oktober – haben wir eine XXL – Leseprobe für euch gepackt. Diese Leseprobe ist kostenfrei und kann hier  heruntergeladen werden.

 

Wir wünschen euch viel Freude beim Lesen.

Geschrieben am

Wichtiger Hinweis zur Goldatmerin

Leider ist unserem Verlagsauslieferer ein unangenehmer Fehler unterlaufen:
Alle vorbestellten Exemplare der Goldatmerin wurden zum regulären, statt zum Angebotspreis berechnet.

Wir haben diesen Fehler heute im Wochenreport bemerkt und bereits an den Auslieferer weitergeleitet. Alle betroffenen Kunden erhalten eine korrigierte Rechnung!

Wir bitten um Entschuldigung!

Die Goldatmerin

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Autoreninterview Barbara Kühnlenz zum Welttag des Buches

Eine besondere Autorin habe ich mir für diesen besonderen Tag aufgehoben.

Sie hat im Verlagshaus el Gato bereits zwei Romane veröffentlicht, der dritte „Streulicht“ ist in Vorbereitung und erscheint im Spätsommer 2013. In zahlreichreichen Anthologien hat sie bereits mitgewirkt, sie hat eine ganz besondere Sprache und eine sehr starke Ausdrucksweise. Barbara Kühnlenz.

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Bitte begleitet mich heute nach Berlin und lest die Antworten von Bärbel Kühnlenz:

Was bedeutet dir das Schreiben? Und wieso?

Das Schreiben ist für mich ein Mittel, um meine Gedanken und Fantasien anderen mitzuteilen, obwohl ich auch dadurch immer der Außenseiter bleibe, der ich schon während meiner Kindheit, Schulzeit und auch später immer gewesen war. Mich interessieren nicht nur Bücher, sondern auch die Sprache als Ausdrucksmittel. Ich beschäftigte mich mit ca. 20 Büchern über Stilkunde und Etymologie, Umgangssprache und gutes Deutsch, Synonyme und Antonyme, Psychologie und Medizin und noch vielen mehr. Lesen und Schreiben gehören nach meiner Meinung unmittelbar zusammen. Durch das Lesen dringe ich in die Gedankenwelt anderer Autoren ein und setzte meine Erkenntnisse im eigenen Schreiben um. Das bereitete mir nicht nur Spaß, sondern ist auch gleichzeitig ein Untertauchen in die eigene Kreativität, die mich jahrelang immer tiefer in die Fotografie eindringen ließ, sodass ich vor dem Fotografieren das fertige Bild im Kopf komponiert habe. Auf diese Weise entstanden auch meine Kurzgeschichten und Romane. Besonders nach der Wende ist das Schreiben zum Mittelpunkt meines Lebens geworden. Ich brauche meinen Gedanken keine Zwänge mehr aufzuerlegen und habe dadurch ungeheuere Freude am Schreiben. Alles, was ich während der DDR-Zeit schrieb, blieb in der Schublade und durfte nun ans Licht kommen. Das Schreiben erzeugt in mir ein außergewöhnliches Glücksgefühl und ist somit Lebensinhalt und Vergnügen zugleich.

Wie kam es, dass du ein Buch schreiben wolltest? Kam dir ganz spontan der Gedanke oder gab es einen Auslöser?

 Lesen gehört schon seit meinem 5. Lebensjahr zu meinen Leben, obwohl die Fotografie zunächst das eigene Schreiben in den Hintergrund drängte. Doch nebenbei schrieb ich Gedichte und erzählte mir als Kind im Stillen eine Endlosgeschichte, die aber nie schriftlich festgehalten wurde. Leider gab mir die DDR-Literatur nicht das Hochgefühl, das ich beim Lesen eines Buches erwartete. Da riet mir mein Mann: „Schreib doch deinen eigenen Roman!“, und ich begann sofort mit meinem ersten Roman, den ich zunächst „Traumtänzer“ nannte und der im vorigen Jahr unter dem Titel „Von Janusköpfen und Kippfiguren“ bei Dir im Verlag erschienen ist. Damals jedoch landete er in der Schublade, denn kein DDR-Verlag hätte ihn publiziert. Möglicherweise hätte ich noch mit anderen Konsequenzen rechnen müssen. Nach Öffnung der Mauer in Berlin stürmten mein Mann und ich alle Buchläden in West-Berlin, und ich fing noch vor der offiziellen Wiedervereinigung an der Axel-Anderson-Akademie/Hamburg mit dem Fernstudium „Die große Schule des Schreibens“ an. Während dieser Zeit reifte die Idee für „Schattensprung“. Da mich Literatur und die deutsche Sprache immer mehr fesselten, setzte ich meine literarische Ausbildung am ILS Hamburg mit der Fachrichtung „Deutsch und Literatur“ fort. Auch im vergangenen Jahr verführte mich die Akademie der Zeit zu einem Fernseminar über Gegenwartsliteratur. Seit vielen Jahren ist das Schreiben neben Lesen und Fotografieren außer meiner Familie mein Lebensinhalt.

Hast du dich dann einfach hingesetzt und losgeschrieben?

 Nein. Die Thematik entsteht bei mir zwar meist spontan, aber ehe ich mit dem Schreiben beginne, entwickle ich den Roman vollkommen im Kopf. Dabei kommen mir übrigens nachts, wenn ich nicht schlafen kann, die besten Ideen. Sie halte ich gleich als Stichpunkte auf einem Blatt Papier handschriftlich fest. Nachdem der Text gedanklich konzipiert ist, fange ich mit dem Schreiben des Manuskriptes an.

 Wie viel Zeit hast du für die Vorbereitung benötigt und wie viel Zeit fürs Schreiben?

 Die Vorbereitung mit allen Recherchen dauert oft sogar Monate, während das Schreiben innerhalb von Wochen geschieht. Danach beginnt für mich jedoch die richtige Arbeit am Text. Ringen um jeden Begriff, alltägliche Formulierungen durch treffende ersetzen, Dialoge schleifen, Kapitel verändern und noch vieles mehr, solange bis der Text die Gestalt annimmt, die mir anfangs vorschwebte. Das Manuskript überarbeite ich oft zehnmal und mitunter auch noch öfter.

Deine Geschichten handeln hauptsächlich in der ehemaligen DDR. Hat das eine bestimmte Bewandtnis?

Darauf gibt es mehrere Antworten. Ich ertrug die Entwicklung der DDR vom Anfang bis zum Schluss, verbrachte also meine Kindheit, meine Jugend und einen großen Teil meines erwachsenen Lebens in dieser Staatsform. Den Mauerbau und die Wende erlebte ich in Berlin, der geteilten Stadt, hautnah mit. Erfuhr in der eigenen Familie das Leid der Trennung von Verwandten und Freunden durch den Bau der Mauer. Dadurch bin ich natürlich ein Zeitzeuge, der auch etliche Klischees durchbrechen kann.

Außerdem möchte ich die Bewohner in den alten Bundesländern über unser Leben in der DDR informieren. Als wir im Sommer vor der offiziellen Wiedervereinigung an die Nordsee fuhren- dicht an die dänischen Grenze- merkte ich, wie stark das Interesse an unserem Leben in der DDR war. Sogar am Strand sprach mich eine Bewohnerin aus dem Weserbergland an, die noch nie mit Menschen aus der DDR in Berührung gekommen war. Sie interessierte sich brennend, wie wir gelebt haben. Es war ein sehr unterhaltsames Gespräch, und ich spürte bei ihr nicht nur Neugier, sondern aufrichtige Wissbegierde am anderen Teil Deutschlands, den sie nur aus den Medien kannte. Aber auch für die Jüngeren in Ost und West möchte ich einige Tabus brechen. Die Erinnerung an einen deutschen Staat, den es nun schon lange nicht mehr gibt, darf nicht verloren gehen. Aber nicht nur deshalb handeln meine Romane hauptsächlich in der ehemaligen DDR. Die Kultur und die Bräuche, die Verbote und Strafen, unsere Lebensweise und auch die Tricks, durch die Maschen der Gesetze zu schlüpfen, kenne ich gut, und sie dürfen nicht verschwinden. Meine Romane sollen Mahnung und Erinnerung zugleich sein. „Schattensprung“ und „Streulicht“ vereinen die beiden Gesellschaftsordnungen. Wobei in „Streulicht“ auch die Schattenseiten der neuen Zeit offenbart werden. In „Von Janusköpfen und Kippfiguren“ dagegen agieren die Figuren mitten im Realismus der DDR. In dieser Zeit dominierten Zwang und blinder Gehorsam dem Staat gegenüber, während in der „Die Lichtmalerin“ dargelegt wird, dass die psychischen Aspekte der Menschen in Ost und West auch während der Trennung immer gleich waren.

Wie stark arbeitest du die Charaktere heraus?

Für jede Figur schreibe ich eine Biografie. Ich weiß dann, wer diejenige ist, was ihr widerfahren ist, was sie von ihrem weiteren Leben erwartet. Doch der Charakter jeder Einzelnen mit seinen Schwächen, Stärken und Vorlieben verändert sich nicht.

Schlummern noch weitere Buchprojekte in deiner Schublade und wann können wir mit einer weiteren Veröffentlichung mit dir rechnen?

 Durch meine Gedanken schwirren noch etliche Romanideen; in meiner Schublade liegen momentan fünf mehr oder weniger durchdachte Manuskripte. Außerdem befinden sich bei Dir weiterhin die Romanmanuskripte von „Streulicht“ (soll in diesem Jahr veröffentlicht werden), „Die Lichtmalerin“ (Veröffentlichung wahrscheinlich 2014), die Weihnachtsanthologie (2. Auflage in diesem Jahr?) und das Anthologiemanuskript „Umbrüche“ (Veröffentlichung ungewiss).

Augenblicklich erstelle ich gerade eine Fotoshow, die ich „Blütenträume“ nennen werde, und entwerfe nebenbei einen neuen Roman mit dem Titel „Jenseits aller Herrlichkeit“. Eventuell wird er zum Jahresende beendet werden. Während ich zu Beginn meines Schreibens überwiegend Erzählungen schrieb, dominiert jetzt immer mehr der Roman, vermutlich analog zu meiner Endlosgeschichte in der Kindheit. Wenn es mir meine Lebensuhr erlaubt, werde ich vielleicht alle vorhandenen und  zukünftige Romanideen realisieren können.

Ich danke Dir, dass ich in dem Interview meine Gedanken und Emotionen zum Thema Schreiben und Lesen darlegen durfte.

Bärbel, und ich danke dir.

Die beiden Romane von Barbara Kühnlenz, „Schattensprung“ und „Von Janusköpfen und Kippfiguren“ sind im Verlagshaus el Gato erschienen und als Print oder E-Book erhältlich. [wpshopgermany product=“3″][wpshopgermany product=“8″]

Geschrieben am

Das Füchschen hat einen Trailer

Ja, nun hat auch unser Roman „Hochlandfuchs“ einen Trailer erhalten. Großer Dank gilt Claudia und Guido Schwarz

Wie gefällt er euch? Macht er euch neugierig auf das Buch?

Leseprobe:

Die aufziehende Dämmerung tauchte den Horizont in ein sanft schimmerndes Meer aus Farben. Nicht mehr lange, und die Sonne würde die letzten dünnen Nebelschwaden über dem See auflösen, die sich mit einem Schleier aus feinsten Tautropfen über das Tal gelegt hatten.
Sionnach schauderte und trat mit müdem Blick über die Türschwelle der gedrungenen, mit Strohbinsen gedeckten Hütte, die sie mit ihren Eltern und ihren Brüdern bewohnte. Obwohl es August war, erinnerten die morgendlichen Temperaturen nur wenig an den Sommer. Doch Sionnach störte sich nicht daran. Sie mochte die frische, klare Luft, die nach feuchter, von Moos und Heidekraut durchwurzelter Erde, harzigen Pinien und wilden Heidelbeeren duftete. Fröstelnd schlang sie sich ihr dünnes Plaid um den Leib und huschte hinüber zu dem kreisförmigen Steinbau, in dem ihr Vater das Feuerholz zum Trocknen eingelagert hatte. Noch war es dunkel in dem kleinen Verschlag, aber Sionnach brauchte kein Licht, um sich orientieren zu können. Sie kannte jeden Winkel der winzigen Hütte, deren Innerem ein würziger Geruch von geschlagenem Holz und aufgesprungenen Pinienzapfen entströmte. Vorsichtig tastete sie sich vor, bis sie die raue Oberfläche der borkigen Scheite an ihren Handflächen spürte. Eilig warf sie einige davon in ihren Weidenkorb und stellte seufzend fest, dass der Vorrat sich bedenklich dem Ende neigte. Zwar lagen neue Stämme zur Verarbeitung bereit, doch mussten sie noch auf das passende Maß zurechtgesägt und in saubere Scheite aufgespalten werden – eine Arbeit, die zumeist die Männer übernahmen. Doch Sionnachs Vater Ewan und ihr Bruder Brendan waren schon vor Wochen dem Ruf ihres Clanchiefs gefolgt. Unter der Führung von Viscount John Graham of Claverhouse, genannt Bonny Dundee, rebellierten sie gegen die Entscheidung des englischen Parlaments, Wilhelm II. zum König zu erheben. Normalerweise stellte ihre Abwesenheit kein Problem dar. Die Frauen der Hochlandclans waren es durchaus gewohnt, dass ihre Ehemänner und Söhne sich häufig auf tagelangen Raubzügen befanden oder ihrem Herrn bei Stammesfehden zur Seite standen. Doch dieses Mal waren die Männer von Glenfinnan weit länger fort als sonst. Noch im Juli hatte das kleine Dorf an den Ufern des Loch Shiel die Kunde erreicht, dass die Schotten das Heer der Engländer vernichtend geschlagen hatten. Die Frauen hatten jedoch vergeblich darauf gewartet, dass ihre siegreichen Männer heimkehrten, denn ihr Anführer, Dundee, war nur kurz nach der erfolgreichen Schlacht von einer verirrten Kugel getroffen worden und gestorben. Führerlos und voller Wut war die Armee der Hochländer nach Dunkeld weitergezogen, um die Schlacht alleine zu schlagen und ihrem toten Anführer somit die letzte Ehre zu erweisen. Darüber war es inzwischen August geworden, und die Frauen hatten nichts mehr von ihnen gehört. Das Schicksal ihrer Männer lag im Dunkeln.
Sionnach machte sich weit weniger Sorgen um Vater und Bruder als ihre Mutter. Die beiden Männer waren ständig in irgendwelche Fehden oder Raubzüge verwickelt und somit äußerst kampferprobt. Bislang hatten sie Glück gehabt und waren von üblen Verletzungen verschont geblieben. Nie hatten sie mehr als blaue Flecken, Schnittwunden oder hin und wieder eine Prellung davongetragen. Und auch dieses Mal, davon war Sionnach fest überzeugt, würde es nicht anders sein. Sie legte ein letztes Scheit in den Korb, stützte ihn auf ihre Hüfte und eilte zurück ins Haus.
»Das wird aber auch langsam Zeit. Wo warst du denn bloß so lange?« Trotz ihrer mütterlichen Strenge huschte ein nachsichtiges Lächeln über Moiras Gesicht. »Sieh zu, dass du Feuer machst, Mädchen. Und veranstalte keinen unnötigen Lärm, hörst du? Ich würde mich freuen, wenn unsere beiden kleinen Plagegeister noch ein bisschen länger schlafen und mich in Ruhe meine Arbeit erledigen lassen.«
Schweigend folgte Sionnach der Anweisung ihrer Mutter und kniete sich auf den festgestampften Hüttenboden. Während ihre Gedanken zu ihren Brüder abschweiften, fegte sie die Asche des vorherigen Tages aus dem kleinen Kamin und schichtete neues Holz auf.
Ganz ohne Zweifel waren Raymond und Ryan zwei fürchterliche Lausbuben, die mit ihren gerade einmal zehn Jahren nicht nur ihre Eltern, sondern die gesamte Umgebung zur Weißglut trieben und es faustdick hinter den Ohren hatten. Selbst ihrem Herrn, dem Clanchief höchstpersönlich, hatten die beiden Jungen bereits auf eine Weise ihre Aufwartung gemacht, die ihnen zum ersten Mal in ihrem Leben eine öffentliche und verdiente Tracht Prügel eingebracht hatte. Schmunzelnd erinnerte Sionnach sich daran, mit welch hartnäckigem Stolz ihre Brüder sich am Gerichtstag vor versammelter Mannschaft den Hintern hatten versohlen lassen müssen, bis er feuerrot glühte. Die Mutter mochte die rotgelockten Zwillinge Plagegeister nennen, aber Sionnach war sich sicher, dass sie eines Tages bittere Tränen vergießen würde, wenn die beiden das Haus verließen und eine eigene Familie gründeten.
»Was glaubst du, wann Vater und Brendan zurückkommen?«, fragte sie, während sie das Feuer entzündete und die restlichen Holzscheite neben dem Kamin stapelte.
Moira zuckte die Achseln. »Ich weiß nicht, Kind.«
»Wenn sie nicht bald wieder hier sind, werden wir Holz hacken müssen. Der Schuppen ist fast leer.«
»Wenn sie nicht bald wieder hier sind, werden wir nichts mehr haben, wofür sich das Holzhacken lohnen würde«, entgegnete Moira matt und leerte den letzten Rest Mehl aus ihrem Topf, um ihn zu einem Brot zu verarbeiten.
»Wir könnten nach Invergarry Castle gehen und Lord MacDonell um Unterstützung bitten«, überlegte Sionnach.
Moira warf ihrer Tochter einen zweifelnden Blick zu, während sie ihre von schwerer Arbeit gezeichneten Hände im klebrigen Teig versenkte. »Der Lord gibt sein Geld im Moment für weit wichtigere Dinge aus als für das Brot seiner Leute.«
»Was kann denn wichtiger sein als zu essen?«
»Freiheit und Gerechtigkeit«, erwiderte Moira ohne lange Überlegung.
»Was nützt es, frei zu sein, wenn es den Tod bedeutet?«, murrte Sionnach. »In Notzeiten hat unser Herr die Pflicht, dafür zu sorgen, dass wir nicht verhungern.«

Mehr erfahrt ihr in „Hochlandfuchs“ von CLaudia Schwarz

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Webvideopreis und Bewerbung Trailer Rauklands Sohn

Es ist Sonntag und wir – das sind Jordis Lank, Ronan und ich – bitten um Eure Unterstützung.

Am 25. Mai 2013 wird in der Turbinenhalle der Stadtwerke Düsseldorf das dritte Mal der deutsche Webvideopreis verliehen. 13 Genre stehen zur Auswahl und die Anforderungen sind recht hoch. Umso mehr freuen wir uns, dass der Buchtrailer zu Rauklands Sohn angenommen wurde und in der Kategorie WIN zu sehen ist.

Ab hier kommt ihr ins Spiel. Wenn euch der Trailer gefällt und ihr der Meinung seid, dass er gelungen ist und auf das Buch aufmerksam macht, votet bitte für den Trailer. Mit jedem Aufruf tut ihr gleichzeitig ein gutes Werk, denn jede Sichtung wird gewertet und kommt dem Kinderhospitz Regenbogenland in Düsseldorf zugute.

Mit Klick auf das Bild gelangt ihr direkt zur AbstimmungsseiteRauklands Sohn

Noch bis zum 7.März könnt ihr übrigens das Buch, inklusive E-Book zum Vorzugspreis von 10 Euro vorbestellen. Ab 8.März wird es in allen Buchhandlungen zum regulären Preis von 12,90 Euro erhältlich sein. [wpshopgermany product=“24″]